Killcounter

Freitag, 14. Dezember 2012

DEATH IN JUNE "All Pigs Must Die"

Ende 2001 feiert Death In June sein 20-jähriges Jubiläum. Allein das wäre schon Grund genug, Douglas P. einige Fragen zu stellen. Außerdem gibt es noch ein weiteres wichtiges Ereignis - das Erscheinen des neuen Albums "All Pigs Must Die". Aus diesem Anlass haben wir den Meister über die Hintergründe dieser Veröffentlichung ausgefragt und dabei kamen Geschehnisse ans Licht, die dieses Interview schon vor seinem Erscheinen zum Auslöser intensiver Diskussionen machte.
 
 "All Pigs Must Die" scheint eine Abrechnung mit Bestehendem und der Beginn einer neuen 
 DIJ-Ära zu sein. Inwieweit entspricht das den Tatsachen?
 
Douglas P.: Du hast in beiden Punkten recht. Für mich ist es mehr als nur ein Abschluss, es ist ein wilder Schrei. Das Kreischen einer Vollbremsung. Es ist ein Verbannungsritual für Elemente der Vergangenheit. Ein Ende! Gleichzeitig ist es musikalisch gesehen etwas, wonach ich mich schon lange gesehnt habe, es zu tun - mich auf wenige Instrumente beschränken und mich in diesem Rahmen ausdrücken. Akkordeon, Trompete und Akustikgitarre haben darauf gewartet, für einige Zeit das Bett zu teilen. Aber mit diesem Album haben wir einige unerwartete Gäste im Bett. Bettwanzen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.
 
Das Album ist mit Ausnahme einiger Stücke sehr untypisch für Death In June. Es besitzt einen aggressiven Grundtenor, der durch die zunehmende Verwendung von Noise-Elementen zum Tragen kommt. Wer ist für diese Elemente verantwortlich? Boyd Rice/John Murphy, oder Du selbst?
 
D.P.: Ich denke nicht, dass das Album für Death In June untypisch ist. Das Setzen aggressiver Punkte gehört schon viele Jahre zu Death In June. Höre dir "Death Of A Man" vom 1986er Album "The Wörld Thät Sümmer" an. Höre dir Stücke von "The Wall Of Sacrifice" von 1989 an. Ich bin durchaus zu absoluter und totaler Gewalt fähig, aus einer rein körperlichen Perspektive gesehen. Meine Kunst ist mein Leben, meine Liebe, meine Lust. Ich verzichte in meinen Ausdrucksmitteln nicht auf diese Elemente, oder trenne sie ab. John Murphy ist nicht an den Aufnahmen beteiligt und Boyd´s brillanter Einsatz beschränkt sich auf die stimmliche Beteiligung am Anfang von "Tick Tock" und "We Said Destroy". Er hat außerdem einige wunderbare schweineartige Geräusche gemacht. Ich bin verantwortlich für "All Pigs Must Die" und alle Elemente, die das Album auszudrücken versucht.
 
Für die Aufnahmen warst Du u.a. auch in Deutschland unterwegs. Wo fanden die restlichen Aufnahmen statt und wer, außer Boyd Rice und Dir, war noch an den Aufnahmen beteiligt?
 
D.P.: Ich begann mit den Aufnahmen in Südaustralien und reiste dann im November 2000 nach Deutschland, um Andreas Ritter von der Gruppe Forseti für ein paar Akkordeonaufnahmen zu treffen. Forseti hatten einige Auftritte mit Death In June in Deutschland und ich mochte sie wirklich. Als wir bei dem vermasselten Konzert in Kassel etwas Freizeit hatten, überzeugte ich Andreas davon, einen neuen Song zu begleiten, den ich geschrieben hatte und der jetzt "The Enemy Within" heißt. Es funktionierte hinter der Bühne sehr gut und dadurch war der Samen einer Idee in mir gepflanzt: Ich sollte viele Songs mit diesem Mann aufnehmen - er ist großartig! Also tat ich es!! Während dieser Aufnahmesessions für "All Pigs Must Die" fand ich sogar etwas Zeit, ein paar Lyrics für Forseti aufzunehmen, welche, glaube ich, entweder als eine Single veröffentlicht werden, oder auf dem nächsten Forseti-Album enthalten sein werden, das bald erscheinen wird. Der Name dieses Songs ist "This Time The Victim Is Desire-Here In Black Jena". Anschließend ging ich nach England und hatte das Glück, Campell Finley dafür zu gewinnen, in meinen Songs Trompete zu spielen. Ich hatte schon auf den Alben "But, What Ends When The Symbols Shatter?" und "Rose Clouds Of Holocaust" mit ihm zusammen gearbeitet, aber er war sehr krank gewesen und hatte im Krankenhaus gelegen. Er war gerade entlassen worden, als er hörte, dass ich in England war und wieder etwas mit ihm aufnehmen wollte. Er dachte, es wäre ein guter Weg, sich von seiner Krankheit zu erholen und ich hoffe, das war der Fall. Des einen Gift ist des anderen Lebenselexier.
 
Weshalb erscheint das Album auf Leprosy Discs und nicht, wie gewohnt, regulär auf NER bzw. NEROZ?
 
D.P.: Ich habe Leprosy immer als Label für Veröffentlichungen genutzt, die einen besonderen Zweck hatten. Das "Burial"-Album war eine dieser Veröffentlichungen, genauso wie "Night And Fog" und "Passion! Power!! Purge!!!". "All Pigs Must Die" hat eine extrem spezifische Aufgabe, die es erfüllen muss.
 
In "The Enemy Within" singst Du von "Strange days for you and me and Germany". Welche Erlebnisse verarbeitest Du in diesem Titel?
 
D.P.: Dies ist ein Protest-Lied. Dies ist ein Lied der Solidarität. Es ist ein Lied des Widerstandes. Es steht für Befreiung und Sieg.
 
Warum hast Du das Album "All Pigs Must Die" genannt?
 
D.P.: Das ist tatsächlich eine Kombination von Inspirationen von George Harrison und Charles Manson. Es ist eine Synthese aus "All Things Must Pass" und "Helter Skelter". Der Titel ist wunderbar kurz und ohne Zweideutigkeit.
 
Woher stammen die Samples, die Du auf dem Album verwendest?
 
D.P.: Die Hauptquelle für die Samples war das diesjährige Schützenfest in Adelaide. Dieses jährliche Ereignis zieht jedes Mal über 35.000 Leute an, mit Unmengen von deutschen "Dom Papa" (?)-Bands, die dort auftreten. Ich bin einfach mit einem Tape-Recorder herumgewandert und habe all dies aufgenommen, und außerdem die betrunkenen australischen Deutschen, die dort waren.
 
Kannst Du uns verraten, welches Motiv das Cover des Albums zieren wird? Wird es das Schweine-Motiv der Promotion-Postkarte sein?
 
D.P.: Es wird verschiedene Designs für die LP- und die CD-Version des Covers geben, aber sie alle stammen aus der gleichen Fotosession, die an einem brillanten Ort namens "Fairyland" in Südaustralien stattfand. Dies ist ein Themenpark, der auf alten Kindermärchen basiert. Jedes ist in seinem eigenen kleinen Haus untergebracht, mit elektronischen Figuren aus den Märchen, die dort wohnen. Sie wurden am Ende des 19. Jahrhunderts nach Australien importiert und in dieses große Naturreservat gestellt, in dem seltene Känguruhs, Impalas und andere Tiere herumwandern, die du dann füttern kannst, während du auf die Knöpfe drückst und zusehen kannst, wie die drei kleinen Schweinchen hüpfen, oder Schneewittchen von den sieben Zwergen vergewaltigt wird, oder was auch immer! Ich bringe alle Leute, die mich besuchen, dorthin - Boyd und Albin lieben diesen Ort. Und der Ort liebt uns!
 
Wann kann man Death In June wieder live erleben. Wenn es da schon konkrete Pläne gibt, welche Projekte werden Dich unterstützen?
 
D.P.: Leider gibt es keine konkreten Pläne für weitere Liveauftritte. Meine Auseinandersetzung mit World Serpent Distribution beansprucht soviel von meiner Zeit, dass ich zu tun habe, meinen Kopf über Wasser zu halten. Ich befinde mich in einem allmählichen Prozess der Neuerfindung meines Backcatalogues und bin immer noch kreativ genug geblieben, neues Material wie "All Pigs Must Die" zu schreiben und aufzunehmen, so dass Livearbeit wahrscheinlich ein Schritt zu weit wäre. Seit meiner Trennung von World Serpent Distribution im Dezember 1999 wurde so viel von meiner Zeit von Rechtsberatern verschlungen, dass ich froh bin, überhaupt noch ein Leben außerhalb ihrer Büros zu haben. Möglicherweise sollten die Leute World Serpent fragen, wann ich wieder Zeit und Geld genug haben werde, Konzerttouren zu unternehmen. Letztendlich erfordern sie so viel von beidem.
 
Deine letzten zwei Alben waren Kollaborationen mit Albin Julius. Ist diese Ära beendet oder wirst Du wieder etwas mit ihm machen? Wird es weitere Projekte mit Boyd Rice geben?
 
D.P.: "Take Care And Control" und "Operation Hummingbird" werden vermutlich die beiden einzigen Death In June-Alben bleiben, die Albin und ich gemeinsam geschrieben haben. Das war schon so vereinbart, bevor wir anfingen, "Operation Hummingbird" zu schreiben. Ich wollte die Sommer- und die Winteralben mit Albin und bekam sie. Ich liebe beide sehr und eine weitere Zusammenarbeit zwischen Albin und Death In June würde möglicherweise diese zwei großartigen Arbeiten beflecken. Aber ich möchte gesagt haben, dass wir gerade an einer gemeinschaftlichen Kollaboration mit Boyd Rice arbeiten. Albin, Boyd und ich sind zur Zeit im Studio in Südaustralien und schreiben brandneues Material für ein Album, das vorläufig Boyd Rice And Fiends "Wolf Pact" heißt. Es soll Ende Februar fertig sein, aber ich habe keine Ahnung, wann es als LP oder CD herauskommt. Das ist noch zu entscheiden.
 
Um den Weggang Death In June´s von World Serpent ranken sich eine Menge Gerüchte (das Verweigern der Herausgabe von Originalbändern, Gerichtsverhandlungen, etc.). Was geschah tatsächlich? Wie ist der jetzige Stand der Dinge?
 
D.P.: Die Situation zwischen mir/NER/Twilight Command und World Serpent ist sehr einfach. Nach einer Reihe von Jahren einer sich verschlechternden Beziehung zu ihnen, teilte ich ihnen im August 1999 mit, dass sie von mir nicht länger weiteres neues Material zum Vertrieb bekommen würden. Ich hatte härter gearbeitet als jemals zuvor, mehr CDs und LPs verkauft als je zuvor, aber ich scheine weniger Geld zu machen als jemals zuvor. Es machte auf einem rein finanziellen Level keinen Sinn, bei dem Unternehmen zu bleiben, dem ich bei der Gründung geholfen und das ich sogar benannt habe! Wie auch immer, es war ein persönliches Level, auf dem die Dinge wirklich zu Bruch gingen. Im Dezember 1999, als sie erfuhren, dass ich vorhatte, das damals neue Death In June-Album "Operation Hummingbird" durch Tesco Organisation in Deutschland vertreiben zu lassen, stellten sie augenblicklich alle Zahlungen an mich/NER/Twilight Command ein, weigerten sich mir die Verkaufszahlen zu senden und informierten die Fabrik, die meine CDs herstellt, dass sie keine direkten Geschäfte mit mir machen sollten! Tesco konnte nicht einmal fortfahren, meinen Backcatalogue pressen zu lassen, da World Serpent uns den Zugriff dazu verweigerte. Obwohl ich für alle Aufnahmen bezahlt habe und sie mein Eigentum sind, ich alle Artworks entworfen und bezahlt habe und für all die Masterings/Cuts bezahlt habe, die zur Herstellung von CDs/LPs nötig sind, weigerte sich World Serpent mir diese zurückzugeben, oder der Fabrik die sie hat, zu erlauben, sie mir zurückzugeben!! Offensichtlich ist das ein Fall von "Wenn wir dich nicht haben können, dann wird dich keiner haben". Merkwürdig, wenn man in Betracht zieht, dass sie in den Äußerungen, die sie über mich gemacht haben, seit undenklichen Zeiten von mir befreit sein wollten, weil ich eine solch fürchterliche Person bin. Sie sind dümmlich-traurige Leute. Und sie und ihre Fürsprecher werden einen hohen Preis bezahlen. Sie haben versucht, mich/Death In June/NER und Twilight Command zu ruinieren. Einer der Chefs dieser Truppe rief sogar bei Tesco an und erzählte ihnen, dass ich sie ins Gefängnis bringen würde, weil ich so gefährlich bin. Ein anderer Chef rief Albin Julius an und bedrohte mein Leben, sowie das von Albin und das der Jungs von TESCO!! Diese "charmanten" Leute von World Serpent werden sich damit auseinanderzusetzen haben - möglicherweise durch das Gesetz, aber ich warte noch. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine rechtlichen Schritte unternommen worden, denn gerichtliche Angelegenheiten scheinen sich ewig hinzuziehen. World Serpent waren voller Drohungen, aber die meisten waren nicht rechtlich!
 
Die Alben "The Wörld Thät Sümmer", "Brown Book", "But, What Ends When The Symbols Shatter" und "Rose Clouds Of Holocaust" hast Du in sehr edler Gestaltung wiederveröffentlicht. Wird es weitere solche Re-Releases geben? Wenn ja, welche werden es sein?
 
D.P.: Wie ich schon in der vorangegangenen Antwort beschrieben habe, wird mir der Zugang zu meinem Eigentum, in Form von Master-CDs und Original-Artworks, verweigert. Vielmehr als das Design zwingt mich die Notwendigkeit dazu, meine Vergangenheit neu zu erfinden. Dadurch, dass ich nun ohnehin meine eigenen Kosten verdopple, dachte ich, es wäre gut, die Artworks noch schöner zu gestalten als zuvor. Sowohl Tesco als auch NEROZ waren sehr hilfreich in dieser Hinsicht und solange World Serpent sich weigert, mir zu geben was mir gehört, werde ich meine Vergangenheit wieder erfinden und neu auflegen müssen. Hoffentlich in einer Präsentation, die als besser betrachtet wird. Etwas Großartiges soll entstehen aus dieser schrecklichen Situation, die Death In June und all jene, die mit NER/Twilight Command verbunden sind, beinahe zerstört hätte. Man darf nicht vergessen, dass alle Zahlungen an NER/Twilight Command von den immer "hilfreichen" World Serpent eingestellt wurden. Das bedeutete, dass alle Tantiemenzahlungen an Leute wie Tony Wakeford, Boyd Rice, Patrick Leagas und Strength Through Joy/Ostara eingestellt wurden, nicht nur an mich. Ich habe deshalb jeden Grund, Titel wie BOYD RICE´s "Music, Martinis and Misanthropy", "Nada!" und die Strength Through Joy-Arbeiten bei Twilight Command neu aufzulegen. Tatsächlich war Boyd Rice der erste, der vom wunderbaren Dienstplan der World Serpent-Bands abwich. Ich war der nächste, gefolgt von Albin Julius von Der Blutharsh und Ian Read von Fire & Ice. Die Leute von Strength Through Joy/Ostara haben leider eine etwas andere Position als der Rest von uns und wir warten darauf, zu sehen, was mit den Twilight Command-Titeln passieren wird. Unsere Augen sind definitiv auf eine wachsame und brüderliche Weise auf sie gerichtet.
 
20 Jahre Bandgeschichte, welche Ereignisse sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?
 
D.P.: Ich muss ehrlich sein und sagen, dass, obwohl Ende des Jahres 2001 das 20-jährige Jubiläum der Gründung von Death In June ansteht, ich nur an die Gegenwart denken kann. Ich bin beschäftigt genug, meine Vergangenheit und meine Zukunft zu sichern. Bis das erreicht ist, ist alles andere nichts als eine Zerstreutheit, bei der ich es mir nicht leisten kann, zu verweilen. Alle besonderen Momente sind vom Überleben überschattet.
 
Welche Ziele möchtest Du in Deinem Leben noch erreichen?
 
D.P.: Es gibt viele, viele Dinge, die ich noch zu erreichen habe, aber wie ich auf die vorherige Frage schon antwortete, ist Überleben auf allen Ebenen das Einzige, worauf ich mich im Moment konzentriere. World Serpent´s Versuch mich und Death In June/NER zu ruinieren, war die konzertierteste Bemühung, alles zu zerstören, was ich jemals getan habe. Mein Ziel ist es, erfolgreich zu überleben. Und glücklich!
In den vergangenen Jahren erschienen wieder einige Death In June-Bootlegs, so zum Beispiel die 
"Only Europa Knows"-CD und die "The March Of The Lonely"-Single. Von beiden heißt es, sie seien "semi-offiziell". Inwieweit hast Du wirklich mit diesen Veröffentlichungen zu tun? Was hältst Du von ihnen?
 
D.P.: Es gibt nichts "semi-offizielles" an diesen Titeln. Sie sind schlicht Bootlegs! Ich habe sie bisher nur in Läden stehen sehen. Ich habe sie mir niemals angehört und besitze keine Kopien davon. Sie sind bedeutungslos für mich.
 
Was ist aus den Plänen geworden eine Death In June-CD-ROM und ein Video zu veröffentlichen?
 
D.P.: Noch einmal geht es zurück zu den Problemen, die ich mit World Serpent habe. Das Jahr 2000 war verplant mit der Ausführung einer Reihe neuer Projekte, wie der CD-ROM und dem Video, aber plötzlich hatte ich kein Geld. Plötzlich muss ich Schwälle von Lügen bekämpfen, die in der "Indie"-Szene über mich erzählt werden, wie z.B., dass ich von World Serpent aus "politischen Gründen" "gefeuert" wurde. Plötzlich befinde ich mich in langen, zeitraubenden Treffen mit Rechtsberatern. All jene Pläne verschwanden durch das Fenster, auf Grund von World Serpent Distribution´s Versuchen, mich zu zerstören.
 
Was ist aus dem Vorhaben geworden, den Film "Pearls Before Swine" auf NER zu veröffentlichen?
 
D.P.: Es gab niemals irgendwelche Pläne, den "Pearls Before Swine"-Film via NER zu veröffentlichen, obgleich wir ihn möglicherweise auf DVD oder Video etc. verkaufen werden, wenn er heraus kommt. Dieser Film hat in letzter Zeit nur eine Serie von Aufführungen bei Filmfestivals auf der ganzen Welt beendet, deshalb sollte er irgendwann später in diesem Jahr käuflich zu erwerben sein. Es war Pech, dass ihn das traf, was man Nach-Produktions-Probleme nennt, nachdem er im Kasten war, so dass er im Endeffekt vier bis fünf Jahre mit der Veröffentlichung hinterherhinkt. Meine Verbindung mit dem Film ist, dass ich in zwei Rollen in den Film erscheine, und dass Death In June gemeinsam mit Boyd Rice/NON Songs für den Soundtrack eingespielt hat. Weder ich noch NER haben irgendetwas mit der Produktion dieses Filmes zu tun.
 
Welche Pläne hast Du mit Death In June und anderen Projekten in der Zukunft?
 
D.P.: Nach der Veröffentlichung von "All Pigs Must Die" und dem Abschluss des "Wolf Pact"-Albums sind für den Rest des Jahres keine weiteren Projekte geplant. Eventuell wird es ein paar weitere Konzerte akustischer Natur geben? Schlager Folk A-Go-Go!
 
Welches Death in June-Album hältst Du persönlich in musikalischer Hinsicht für das Beste, und welches für das Wichtigste?
 
D.P.: Mir fällt kein Album ein, welches nicht auf die eine oder andere Weise für die Geschichte von Death in June wichtig war. Mein Liebstes ist immer das Neueste. Ich liebe es, "All Pigs Must Die" zu hören. Das ist sehr wichtig.
 
Wie gefällt Dir das "Thaglasz"-Buch?
 
D.P.: Es ist ein Sammlertraum, obgleich ich denke, dass es einige Fehler enthält, die ich gern in einigen Abschnitten korrigieren würde. Eine Arbeit der Besessenheit, die ich zu schätzen weiss.
 
Hat sich Deine Beziehung zu Deutschland im Laufe der letzten Jahre geändert?
 
D.P.: Ich denke, die Beziehung eines Jeden zu Deutschland hat sich im Laufe der Jahre geändert! Besonders das Verhältnis der Deutschen zu Deutschland!! Unglaublich!!!
 
Was denkst Du über die Idee der Vereinten Nationen, sowie der Europäischen Union und über deren reale Umsetzungen?
 
D.P.: Ich denke, die UNO kann gute Arbeit verrichten, aber vieles davon ist verschwendet oder verdächtig zu wenig zu spät und die EU sollte weniger ein Paradies für engstirnige Bürokraten und Geschäftsleute sein, und mehr ein eurozentrischer, kultureller Austausch, der ernsthaft die europäische Einheit fördert.
 
Welches sind deine Lieblingskünstler bzw. -alben im Moment?
 
D.P.: Ich habe mir in den letzten Wochen so viel von mir, Boyd oder Albin angehört, dass ich im Moment nichts anderes hören kann. Außer vielleicht Petula Clark, die ich letzte Woche zum ersten Mal sah. Ich bin sicher, der Großteil eurer Leserschaft wird denken, "Petula wer?".
 
Kontakt: www.deathinjune.net

DEATH IN JUNE
BM JUNE
LONDON
WC1N 3XX
ENGLAND

Interview by Enrico Eisert/Heiko Meyer
Thanks to Tomas Fiedler für die nette Hilfe bei der Übersetzung
Taken from www.pagandance.de
Picts from Carl Marc. S


 Quelle

Interview: Rome - September 2011

Interview with

Jérôme Reuter of Rome

After a year of silence, Luxembourgish Neofolk project ROME is back on tour and is to release its new trilogy in November. Reflections of Darkness met Jérôme Reuter in Brussels 17th September 2011.

 “Art is not about pleasing people.“

Reflections of Darkness (RoD): Would you tell us something about your new trilogy ‘Die Aesthetik Der Herrschaftsfreiheit’? What are we to expect?
Jérôme Reuter (Jérôme): Well, it has three albums… (laughs) ‘Flowers from Exile’ was a very personal record because of my family history. The family of my uncle was involved in the civil war and subsequently forced to go and live in exile in France; in that respect ‘Nos Chants Perdus’ was a natural sequel to it. But during the research I did for those albums, I felt that there were still some important things that were not yet addressed. There was this greater underlying theme, a historical undercurrent. While doing the research, I sensed this spirit of revolt, the joy of fighting for freedom. I found this revolutionary spirit in Spain and then I saw the same thing in France, so I wanted to get to the core of it, to see what it was really about.




 RoD: You have referred to your first three albums on CMI as a trilogy, but this time you have decided to bring us all the parts as one package.
Jérôme: In a way, my first albums (‘Nera’, ‘Confessions d’un Voleur d’Âmes’, ‘Masse, Mensch, Material’) were a trilogy, yes. Moreover, ‘Confessions’ was recorded before ‘Nera’ was released, so I could not get any feedback on it, so in that respect the situation was not so different. In a way, those first albums are also reflected in the new trilogy: The first one is a very noisy, brutal one, mirroring the bleakness of ‘Nera’, it is like an uproar of a revolution. People who liked ‘Nera’ will probably like the first part of the trilogy. The second… …is the downfall. The third one has some hope to it, it is mellower. In fact, it reminded me of ‘Masse…’. It was like going back to ‘Masse…’ and starting to move onwards from there, but just in a different direction. It’s like following a path that I did not choose back then. And now I am ready to ignore all of it and the new stuff I am writing right now goes in a completely different direction entirely. So, anyway, fans of my earlier work will probably like the trilogy, but I have got some other things planned that they may not like… (laughs)

RoD: Was this music born over the years or during a shorter, more intensive period?
Jérôme: Both, actually. I think I had something like one third of the material ready before I started working on it. The first part was pretty much done already by the time I walked into the studio. But the idea of this trilogy has been in my head ever since 2008. Then I wanted it to be like a total audio book, with no actual songs on it, just a collage and spoken words. The longer intros and the excessive German spoken word parts are reminiscent of that.







 RoD: You say you only used analogue equipment for the trilogy. What’s the thought behind this? Is it some kind of a dogma for music, like the one Lars von Trier and his colleagues announced for movies?
Jérôme: There’s a lot of pressure that you put on yourself, and a lot of the time that keeps it from being a really great record. For the music, it was more important to go into a “Do It Yourself” kind of spirit. All that mattered were the songs themselves. It wasn’t planned beforehand, though: I moved out of Germany and needed a new studio and called up a guy with whom I worked in Brussels when I was in a punk band fifteen years ago. He said he had moved to the countryside and had analogue equipment there. There was nothing there, a calm and quiet place. It was easy to keep going once you got the ball rolling, since there was nowhere to go to. (laughs)

Going back to your question, I must say that ‘Nos Chants Perdus’ was kind of overproduced. You know, you want every record to be the best you have ever done and always sound better than the previous one. ‘Nera’ was recorded in seven days. ‘Nos Chants Perdus’ took about seventy. It ruined me financially, but we brought it to a level where it could compete with the high end productions. But it just doesn’t make sense for us to try to compete with those kind of productions, because were not on those kind of budgets and we are subject to the consequences of people stealing music. I simply couldn’t afford to do this in the same way as ‘Nos Chants Perdus’, but at the same time I didn’t want to, artistically speaking. I also like the kind of working process that analogue technique forces upon you. I recorded two or three songs to try it and I liked the sound and the process: You record and that is it. You can’t go back all the time. It is very spontaneous. With digital recordings, there was extensive post-production. The work never stops. Now you have five hours to finish the song and there is no going back. So it was all handmade and hardly produced. I still use a lot of samples but they are kind of minimal, too.

RoD: You announced a campaign for a living room tour in Europe and US. Where did the idea come from?
Jérôme: We’ve noticed that on our concerts there are a lot of people from hundreds of miles away. They’re spending hundreds of euros on tickets, hotel bills and sometimes even flights for just one show. So I thought why not just get a couple of friends together who are willing to spend the same amount to have us pay in their living room. That is the idea. We’re going to do it in the US and we are definitely going to do it at some point in Europe, but I don’t know when. It simply is a lot of money to get the band moving. 


 “Beware of words and their power to charm”

RoD: I don’t know if you have any formal background in history, philosophy or literature, but it appears you’ve studied them for the trilogy. Press release reads almost like an essay - or a manifesto.
Jérôme: I studied German and English literature at university, so I did learn how to do research during that - that’s what it’s all about. I like doing that before I start a project. It’s like doing a film: before you start to shoot you have to write a script, think about the cast and so on. There definitely is kind of preproduction process going on here, for instance researching what sort of sounds to use. It takes a lot of time.

RoD: You are a renown multi linguist. Do you actually still have one language that you consider as your mother tongue?
Jérôme: I clearly do have Luxemburgish as my mother tongue. I constantly switch languages, but as long as you keep dreaming in your mother tongue, it is ok, I guess. (laughs)

RoD: You mix strikingly many languages in your albums. What is the purpose of it? Is it that concepts can never be quite translated to another language?
Jérôme: Exactly that. I‘ve had an album with a Spanish focus and one with French focus and now most of the new trilogy is in German. All the things I read, all the voices I heard… everything that stuck with me while working on the trilogy was in German. I didn’t want to translate it because that was the way it was supposed to be and sounded most natural. I was inspired by the trilogy ‘The Aesthetics of Resistance’ by Peter Weiss. It is such an important book, but it has been sold out for years. When I finally got it in my hands by chance, I was amazed by the form of it. Every book has like seven hundred pages, every few hundred pages there is maybe a chapter number if you are lucky… Millions of words, how was I ever going to read it? I really liked that!

RoD: So you clearly aren’t going to give your listeners an easy time?
Jérôme: Well, it was planned to be much worse. (laughs) But it’s not actually a very difficult album for the most parts, except for those very long German passages. I tried to translate it but it just didn’t sound right. There was no way around it.

RoD: So in a way the listeners are forced to do their own research?
Jérôme: In a way, yes… Or maybe I‘m just lazy. (laughs) 





 “I renounce you…”

RoD: I perceive Luxembourg as a melting pot for cultures, where nearly everyone has roots somewhere else. Besides Luxembourg, I understand that you've been living at least in Germany, UK and Belgium. Your songs also appear to reflect some kind of alienation, yet simultaneously they reflect attachment.
Jérôme: I don’t believe in nations, nation states, anything like that. If anything, I identify myself as a European. I have roots in different countries. I feel like home everywhere in Europe. This doesn’t mean I would be advocating for the EU the way it is today or anything. That’s not what it’s about; it’s all about the cultural heritage. Also, every country is different and that’s what I like about it.

RoD: Would you say there’s an ideology behind ROME?
Jérôme: No. If there was, it would be a different one every week. This trilogy is the most political thing I’ve ever done. It reflects some early streams of the 20th century left-wing movements and thoughts – I share some of the views and I’ve always been outspoken about not liking the right-wing, but I don’t want ROME to be seen as a political project. It’s again like a movie you make, a subject you chose, a theme you decided to follow for a production. And in my private life, I’m not that much of a political person. I haven’t really found anything ideological that I’d put myself to service to. 





 RoD: We are lucky to live in a society where we have freedom. So what’s the fight we should be fighting in today’s world?
Jérôme: These records reflect specific times in history, specific fights one could justify. I’m not advocating that people should go to the streets and burn a bank or something, although there’s not that much to be said against doing that… (laughs) Of course one could have the same kind of fight today, but I‘m not going to tell people what’s the good fight. That’s up to people, really. I’m trying to include as many views as possible. The records are more about establishing characters. They may be very strong, but have their flaws and weaknesses, have failures, be traitors… There is beauty and pride and also in being frail.

So while it’s not about a specific fight, it’s inevitable that things are not going to stay like this forever. It’s a natural fact that it can’t go on. We are living in a corner of a world that’s eating everybody else’s food. Perhaps we’ll be fine for another fifty years, but there will be a lot of people suffering for our well-being. All this will be gone soon. It’s sad, but unavoidable. We don’t know what’s going to follow, but it definitely will not be the same again. I’m not going to say it would be bad, just different. It will be a lot worse at the start but maybe something good will come out of it… There will always be an end in everything. Do not get accustomed to things. Keep yourself busy, keep moving.

RoD: I recently stumbled across a little Nazi Goth boy who was quoting your lyrics. I found it rather surprising because if anything, I personally would've seen ROME as anti-war and anti-dictator of any kind, and definitely not one of far-right ideals.
Jérôme: People are stupid, you know. (laughs) Yes, you can write that down, everybody knows that. It’s not like I have an anti-right wing badge on the album covers, but if you read the lyrics, it should be quite clear. Sometimes you see people and are like, “whatta…” Maybe they should go and read a book or something. But everyone’s got the right to be interested in whatever they want. If someone really has a thing for that kind of things, they’ll find what they want from any kind of music. A lot of bands glorify war, and there is a lot of war in ROME, but I don’t portray it as something glorious and also I don’t see the point of singing about flowers…





 RoD: Matt Howden from Sieben openly speaks against Nazist and racist ideas among Neofolk music fans. Do you have any thoughts on the alleged connection between neo-Nazism and Neofolk?
Jérôme: It’s revolting to see ROME to see linked to right-wing bands. There’s these bands that are openly or by causative factors linked to those ideals. Many artists state they aren’t political, but at the same time they’re dealing with very political issues. I’ve always been very clear that we aren’t right-wing and that we’re on the left side of things, even though we’re not a left-wing band as such. I do not want ROME to be a political band. But Nazis are scum, end of story.

RoD: Do you actually even perceive ROME as a Neofolk project? I can see this label arising from your CMI years, but lately, it has appeared somewhat unfitting: You seem to draw more from Leonard Cohen than a stereotypical Neofolk ensemble.
Jérôme: A year ago I’d have said to hell with Neofolk, ROME is not Neofolk. (laughs) Well, the last two albums weren’t Neofolk, but I started out sounding partially like some of the Neofolk bands, so I don’t mind being labelled as one and I’m used to that. Besides, stylistically, Neofolk is pretty difficult to describe anyway. But there’s more to ROME than just Neofolk and that’s what I like about it. That’s what people like about it. Rock’n’Roll, industrial, singer-songwriter, punk, all kinds of weird dark stuff… And I don’t really know how to label myself, and I don’t really care. For me, it’s just music. 



“Compromise - is not possible!”

RoD: You’ve mentioned that you can get along with very little money. Is that simply out of necessity to be able to live on your music?
Jérôme: Well, yes, as a musician you kind of make that choice anyway before you start. Buying expensive cars has always been out of the question – certainly with the kind of music I do. Making music doesn’t generate a lot of money, and in recent years the global record sales have dropped to such an awful degree that all musicians, labels and fanzines suffer from the consequences of people stealing music. It’s generally played down, either by the bands and labels to keep their guard up and to keep up appearances, or by people who just go “oh, well, you can still play live and make money there”, and “downloading gets you more fans” and shit like that.

A record label invests tons of money into making a product and promoting it. Now we just took the customer out of the equation. The math is simple, if not enough people buy it, there won’t be a next record, because there are more fun ways to burn money for everybody involved. And playing live is hard if you want to make a living with it, because everybody has to tour now, so the fees are going down because of the competition. A lot of labels don’t have enough money to pay for advertising in the fanzines, so the fanzines don’t get any money anymore either. So it’s really tough right now. A lot of the underground culture is dying because of that. I don’t care if the major players struggle, they have been asking for it ever since they started, but it’s the small companies, the small idealists who find it harder by the day to get by. It is stuff like that people really don’t think about when they are stealing our work.

We aren’t pop stars who can find other ways to make money – I can’t release some stupid perfume or sneakers or whatever. And I don’t have another job waiting somewhere. At least, there’s still a lot of people out there who support the artists by buying merchandise and purchasing the albums. There’s – at the moment – still enough of those individuals who keep this going and make it possible for me to release another album. So, yes, living on very little money is a necessity more than a choice. I chose to become a musician, so I chose not to have a lot of bling bling. But on the other hand I don’t care a bit about the bling. I don’t even have a TV.

 RoD: I keep repeating myself, but you’ve been amazingly productive. Do you have other interests in life that would have nothing to do with music?
Jérôme: I have a part in my life that is private and sacred, but pretty much everything else is ROME. As you can see, all my friends are in the band. Everything I like, people I meet, theatre, books I read, history, all that is combined in ROME.

RoD: Where are you planning to go from here? I’m not expecting to you to tell the details, I know you won’t. But do you know already yourself?
Jérôme: Before it’s done I can’t really speak about it, also because you never know what it’s really going be like in the end. Maybe you run into something you didn’t expect and venture that direction. I talked to a friend about ‘Flowers From Exile’ before it was released. I told him about this small mellow thing and by the time it was out and he heard it, it had turned out into this grand rock kind of thing. Every album is different. The next will be even more different. (laughs) I don’t want to reveal anything. All I can say is that I have a completely different approach to songwriting right now. My intention is to keep fresh. You easily get stuck recording the same album again and again. Most artists think they reached whatever they were striving for once they have found their sound. I don’t believe in that. Once you find your sound, change it! Art is not about pleasing people.





 Titles are excerpts of ROME’s lyrics. ‘Die Aesthetik Der Herrschaftsfreiheit’ is out on Trisol 11th November 2011 and on sale via Infrarot.
Pictures by Achim Webel (www.nightshadow-photoart.de



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