Killcounter

Montag, 31. Dezember 2012

Ein Tribut an Andreas Ritter(Forseti) - Forseti lebt!

Hi Folkers,

ich hab mich mal hingesetzt und was fürAndreas Ritter gemacht, für all die Inspiration, die er mir gab und gibt.Alles gute auf deinem Weg dir Andreas und danke für Forseti und was ihr uns geschenkt habt.

Samstag, 29. Dezember 2012

Spektral Magik (free download) by ART ABSCONs

Spektral Magik (free download)
by ART ABSCONs


http://artabscons.bandcamp.com/albu.....-free-download

Before you start to download, read this:

http://bandcamp.com/faq_downloading

Digital Album
Immediate download of 7-track album in your choice of MP3 320, FLAC, or just about any other format you could possibly desire.

Buy Now name your price ...you type in 0,00 Euros

1.Somnium I 03:44

2.Somnium II 03:41

3.Somnium III 04:00

4.Somnium IV 04:42

5.Somnium V 05:16

6.Somnium VI 03:15

7.Somnium VII 13:52


Free download album released on ParaLucid.

"Irony is the clear consciousness of eternal agility, of an infinitely teeming chaos."
(Friedrich Schlegel)

I come from the abyss of time and space.
Life is abscons. Why not art? If a question is asked with the aim of confusing, the answer must disconcert the questioner. Each particle has its doppelganger at the other end of the universe to which it is linked by abscons forces. These particles act like mirror images. If one is capable of detecting the invisible strings which connect them, they can be brought together just by pulling those strings. Once they meet at the mirror surface, they become one, and the energy we so far obtain from thermo-nuclear fusion is ten times nothing in comparison to the energy obtained from the fusion of doppelganger entities. Such is the force of contradiction. Since the energetic strings which tie the universe together do not only run through space, but also through time, everything you do or think in the present is not only affecting the future but also the past. Each time you read a book, no matter how old, it will be written afresh and change its meaning. Each time you behold a flower it is you who creates it and who lends it beauty. It is the constant awareness of this creative capacity which constitutes the basis for Spektral Magik to which the correlation of spectral colours, musical notes, the visible objects in the solar system and the days of the week is an essential key.
credits
released 06 September 2008
Featuring: Art Abscons, Véra W'r..H, Patricia Rubio
tags
tags: experimental acoustic ambient avantgarde eclectic electronic neofolk psychedelic Germany

license
all rights reserved 


 Quelle

Freitag, 14. Dezember 2012

DEATH IN JUNE "All Pigs Must Die"

Ende 2001 feiert Death In June sein 20-jähriges Jubiläum. Allein das wäre schon Grund genug, Douglas P. einige Fragen zu stellen. Außerdem gibt es noch ein weiteres wichtiges Ereignis - das Erscheinen des neuen Albums "All Pigs Must Die". Aus diesem Anlass haben wir den Meister über die Hintergründe dieser Veröffentlichung ausgefragt und dabei kamen Geschehnisse ans Licht, die dieses Interview schon vor seinem Erscheinen zum Auslöser intensiver Diskussionen machte.
 
 "All Pigs Must Die" scheint eine Abrechnung mit Bestehendem und der Beginn einer neuen 
 DIJ-Ära zu sein. Inwieweit entspricht das den Tatsachen?
 
Douglas P.: Du hast in beiden Punkten recht. Für mich ist es mehr als nur ein Abschluss, es ist ein wilder Schrei. Das Kreischen einer Vollbremsung. Es ist ein Verbannungsritual für Elemente der Vergangenheit. Ein Ende! Gleichzeitig ist es musikalisch gesehen etwas, wonach ich mich schon lange gesehnt habe, es zu tun - mich auf wenige Instrumente beschränken und mich in diesem Rahmen ausdrücken. Akkordeon, Trompete und Akustikgitarre haben darauf gewartet, für einige Zeit das Bett zu teilen. Aber mit diesem Album haben wir einige unerwartete Gäste im Bett. Bettwanzen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.
 
Das Album ist mit Ausnahme einiger Stücke sehr untypisch für Death In June. Es besitzt einen aggressiven Grundtenor, der durch die zunehmende Verwendung von Noise-Elementen zum Tragen kommt. Wer ist für diese Elemente verantwortlich? Boyd Rice/John Murphy, oder Du selbst?
 
D.P.: Ich denke nicht, dass das Album für Death In June untypisch ist. Das Setzen aggressiver Punkte gehört schon viele Jahre zu Death In June. Höre dir "Death Of A Man" vom 1986er Album "The Wörld Thät Sümmer" an. Höre dir Stücke von "The Wall Of Sacrifice" von 1989 an. Ich bin durchaus zu absoluter und totaler Gewalt fähig, aus einer rein körperlichen Perspektive gesehen. Meine Kunst ist mein Leben, meine Liebe, meine Lust. Ich verzichte in meinen Ausdrucksmitteln nicht auf diese Elemente, oder trenne sie ab. John Murphy ist nicht an den Aufnahmen beteiligt und Boyd´s brillanter Einsatz beschränkt sich auf die stimmliche Beteiligung am Anfang von "Tick Tock" und "We Said Destroy". Er hat außerdem einige wunderbare schweineartige Geräusche gemacht. Ich bin verantwortlich für "All Pigs Must Die" und alle Elemente, die das Album auszudrücken versucht.
 
Für die Aufnahmen warst Du u.a. auch in Deutschland unterwegs. Wo fanden die restlichen Aufnahmen statt und wer, außer Boyd Rice und Dir, war noch an den Aufnahmen beteiligt?
 
D.P.: Ich begann mit den Aufnahmen in Südaustralien und reiste dann im November 2000 nach Deutschland, um Andreas Ritter von der Gruppe Forseti für ein paar Akkordeonaufnahmen zu treffen. Forseti hatten einige Auftritte mit Death In June in Deutschland und ich mochte sie wirklich. Als wir bei dem vermasselten Konzert in Kassel etwas Freizeit hatten, überzeugte ich Andreas davon, einen neuen Song zu begleiten, den ich geschrieben hatte und der jetzt "The Enemy Within" heißt. Es funktionierte hinter der Bühne sehr gut und dadurch war der Samen einer Idee in mir gepflanzt: Ich sollte viele Songs mit diesem Mann aufnehmen - er ist großartig! Also tat ich es!! Während dieser Aufnahmesessions für "All Pigs Must Die" fand ich sogar etwas Zeit, ein paar Lyrics für Forseti aufzunehmen, welche, glaube ich, entweder als eine Single veröffentlicht werden, oder auf dem nächsten Forseti-Album enthalten sein werden, das bald erscheinen wird. Der Name dieses Songs ist "This Time The Victim Is Desire-Here In Black Jena". Anschließend ging ich nach England und hatte das Glück, Campell Finley dafür zu gewinnen, in meinen Songs Trompete zu spielen. Ich hatte schon auf den Alben "But, What Ends When The Symbols Shatter?" und "Rose Clouds Of Holocaust" mit ihm zusammen gearbeitet, aber er war sehr krank gewesen und hatte im Krankenhaus gelegen. Er war gerade entlassen worden, als er hörte, dass ich in England war und wieder etwas mit ihm aufnehmen wollte. Er dachte, es wäre ein guter Weg, sich von seiner Krankheit zu erholen und ich hoffe, das war der Fall. Des einen Gift ist des anderen Lebenselexier.
 
Weshalb erscheint das Album auf Leprosy Discs und nicht, wie gewohnt, regulär auf NER bzw. NEROZ?
 
D.P.: Ich habe Leprosy immer als Label für Veröffentlichungen genutzt, die einen besonderen Zweck hatten. Das "Burial"-Album war eine dieser Veröffentlichungen, genauso wie "Night And Fog" und "Passion! Power!! Purge!!!". "All Pigs Must Die" hat eine extrem spezifische Aufgabe, die es erfüllen muss.
 
In "The Enemy Within" singst Du von "Strange days for you and me and Germany". Welche Erlebnisse verarbeitest Du in diesem Titel?
 
D.P.: Dies ist ein Protest-Lied. Dies ist ein Lied der Solidarität. Es ist ein Lied des Widerstandes. Es steht für Befreiung und Sieg.
 
Warum hast Du das Album "All Pigs Must Die" genannt?
 
D.P.: Das ist tatsächlich eine Kombination von Inspirationen von George Harrison und Charles Manson. Es ist eine Synthese aus "All Things Must Pass" und "Helter Skelter". Der Titel ist wunderbar kurz und ohne Zweideutigkeit.
 
Woher stammen die Samples, die Du auf dem Album verwendest?
 
D.P.: Die Hauptquelle für die Samples war das diesjährige Schützenfest in Adelaide. Dieses jährliche Ereignis zieht jedes Mal über 35.000 Leute an, mit Unmengen von deutschen "Dom Papa" (?)-Bands, die dort auftreten. Ich bin einfach mit einem Tape-Recorder herumgewandert und habe all dies aufgenommen, und außerdem die betrunkenen australischen Deutschen, die dort waren.
 
Kannst Du uns verraten, welches Motiv das Cover des Albums zieren wird? Wird es das Schweine-Motiv der Promotion-Postkarte sein?
 
D.P.: Es wird verschiedene Designs für die LP- und die CD-Version des Covers geben, aber sie alle stammen aus der gleichen Fotosession, die an einem brillanten Ort namens "Fairyland" in Südaustralien stattfand. Dies ist ein Themenpark, der auf alten Kindermärchen basiert. Jedes ist in seinem eigenen kleinen Haus untergebracht, mit elektronischen Figuren aus den Märchen, die dort wohnen. Sie wurden am Ende des 19. Jahrhunderts nach Australien importiert und in dieses große Naturreservat gestellt, in dem seltene Känguruhs, Impalas und andere Tiere herumwandern, die du dann füttern kannst, während du auf die Knöpfe drückst und zusehen kannst, wie die drei kleinen Schweinchen hüpfen, oder Schneewittchen von den sieben Zwergen vergewaltigt wird, oder was auch immer! Ich bringe alle Leute, die mich besuchen, dorthin - Boyd und Albin lieben diesen Ort. Und der Ort liebt uns!
 
Wann kann man Death In June wieder live erleben. Wenn es da schon konkrete Pläne gibt, welche Projekte werden Dich unterstützen?
 
D.P.: Leider gibt es keine konkreten Pläne für weitere Liveauftritte. Meine Auseinandersetzung mit World Serpent Distribution beansprucht soviel von meiner Zeit, dass ich zu tun habe, meinen Kopf über Wasser zu halten. Ich befinde mich in einem allmählichen Prozess der Neuerfindung meines Backcatalogues und bin immer noch kreativ genug geblieben, neues Material wie "All Pigs Must Die" zu schreiben und aufzunehmen, so dass Livearbeit wahrscheinlich ein Schritt zu weit wäre. Seit meiner Trennung von World Serpent Distribution im Dezember 1999 wurde so viel von meiner Zeit von Rechtsberatern verschlungen, dass ich froh bin, überhaupt noch ein Leben außerhalb ihrer Büros zu haben. Möglicherweise sollten die Leute World Serpent fragen, wann ich wieder Zeit und Geld genug haben werde, Konzerttouren zu unternehmen. Letztendlich erfordern sie so viel von beidem.
 
Deine letzten zwei Alben waren Kollaborationen mit Albin Julius. Ist diese Ära beendet oder wirst Du wieder etwas mit ihm machen? Wird es weitere Projekte mit Boyd Rice geben?
 
D.P.: "Take Care And Control" und "Operation Hummingbird" werden vermutlich die beiden einzigen Death In June-Alben bleiben, die Albin und ich gemeinsam geschrieben haben. Das war schon so vereinbart, bevor wir anfingen, "Operation Hummingbird" zu schreiben. Ich wollte die Sommer- und die Winteralben mit Albin und bekam sie. Ich liebe beide sehr und eine weitere Zusammenarbeit zwischen Albin und Death In June würde möglicherweise diese zwei großartigen Arbeiten beflecken. Aber ich möchte gesagt haben, dass wir gerade an einer gemeinschaftlichen Kollaboration mit Boyd Rice arbeiten. Albin, Boyd und ich sind zur Zeit im Studio in Südaustralien und schreiben brandneues Material für ein Album, das vorläufig Boyd Rice And Fiends "Wolf Pact" heißt. Es soll Ende Februar fertig sein, aber ich habe keine Ahnung, wann es als LP oder CD herauskommt. Das ist noch zu entscheiden.
 
Um den Weggang Death In June´s von World Serpent ranken sich eine Menge Gerüchte (das Verweigern der Herausgabe von Originalbändern, Gerichtsverhandlungen, etc.). Was geschah tatsächlich? Wie ist der jetzige Stand der Dinge?
 
D.P.: Die Situation zwischen mir/NER/Twilight Command und World Serpent ist sehr einfach. Nach einer Reihe von Jahren einer sich verschlechternden Beziehung zu ihnen, teilte ich ihnen im August 1999 mit, dass sie von mir nicht länger weiteres neues Material zum Vertrieb bekommen würden. Ich hatte härter gearbeitet als jemals zuvor, mehr CDs und LPs verkauft als je zuvor, aber ich scheine weniger Geld zu machen als jemals zuvor. Es machte auf einem rein finanziellen Level keinen Sinn, bei dem Unternehmen zu bleiben, dem ich bei der Gründung geholfen und das ich sogar benannt habe! Wie auch immer, es war ein persönliches Level, auf dem die Dinge wirklich zu Bruch gingen. Im Dezember 1999, als sie erfuhren, dass ich vorhatte, das damals neue Death In June-Album "Operation Hummingbird" durch Tesco Organisation in Deutschland vertreiben zu lassen, stellten sie augenblicklich alle Zahlungen an mich/NER/Twilight Command ein, weigerten sich mir die Verkaufszahlen zu senden und informierten die Fabrik, die meine CDs herstellt, dass sie keine direkten Geschäfte mit mir machen sollten! Tesco konnte nicht einmal fortfahren, meinen Backcatalogue pressen zu lassen, da World Serpent uns den Zugriff dazu verweigerte. Obwohl ich für alle Aufnahmen bezahlt habe und sie mein Eigentum sind, ich alle Artworks entworfen und bezahlt habe und für all die Masterings/Cuts bezahlt habe, die zur Herstellung von CDs/LPs nötig sind, weigerte sich World Serpent mir diese zurückzugeben, oder der Fabrik die sie hat, zu erlauben, sie mir zurückzugeben!! Offensichtlich ist das ein Fall von "Wenn wir dich nicht haben können, dann wird dich keiner haben". Merkwürdig, wenn man in Betracht zieht, dass sie in den Äußerungen, die sie über mich gemacht haben, seit undenklichen Zeiten von mir befreit sein wollten, weil ich eine solch fürchterliche Person bin. Sie sind dümmlich-traurige Leute. Und sie und ihre Fürsprecher werden einen hohen Preis bezahlen. Sie haben versucht, mich/Death In June/NER und Twilight Command zu ruinieren. Einer der Chefs dieser Truppe rief sogar bei Tesco an und erzählte ihnen, dass ich sie ins Gefängnis bringen würde, weil ich so gefährlich bin. Ein anderer Chef rief Albin Julius an und bedrohte mein Leben, sowie das von Albin und das der Jungs von TESCO!! Diese "charmanten" Leute von World Serpent werden sich damit auseinanderzusetzen haben - möglicherweise durch das Gesetz, aber ich warte noch. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine rechtlichen Schritte unternommen worden, denn gerichtliche Angelegenheiten scheinen sich ewig hinzuziehen. World Serpent waren voller Drohungen, aber die meisten waren nicht rechtlich!
 
Die Alben "The Wörld Thät Sümmer", "Brown Book", "But, What Ends When The Symbols Shatter" und "Rose Clouds Of Holocaust" hast Du in sehr edler Gestaltung wiederveröffentlicht. Wird es weitere solche Re-Releases geben? Wenn ja, welche werden es sein?
 
D.P.: Wie ich schon in der vorangegangenen Antwort beschrieben habe, wird mir der Zugang zu meinem Eigentum, in Form von Master-CDs und Original-Artworks, verweigert. Vielmehr als das Design zwingt mich die Notwendigkeit dazu, meine Vergangenheit neu zu erfinden. Dadurch, dass ich nun ohnehin meine eigenen Kosten verdopple, dachte ich, es wäre gut, die Artworks noch schöner zu gestalten als zuvor. Sowohl Tesco als auch NEROZ waren sehr hilfreich in dieser Hinsicht und solange World Serpent sich weigert, mir zu geben was mir gehört, werde ich meine Vergangenheit wieder erfinden und neu auflegen müssen. Hoffentlich in einer Präsentation, die als besser betrachtet wird. Etwas Großartiges soll entstehen aus dieser schrecklichen Situation, die Death In June und all jene, die mit NER/Twilight Command verbunden sind, beinahe zerstört hätte. Man darf nicht vergessen, dass alle Zahlungen an NER/Twilight Command von den immer "hilfreichen" World Serpent eingestellt wurden. Das bedeutete, dass alle Tantiemenzahlungen an Leute wie Tony Wakeford, Boyd Rice, Patrick Leagas und Strength Through Joy/Ostara eingestellt wurden, nicht nur an mich. Ich habe deshalb jeden Grund, Titel wie BOYD RICE´s "Music, Martinis and Misanthropy", "Nada!" und die Strength Through Joy-Arbeiten bei Twilight Command neu aufzulegen. Tatsächlich war Boyd Rice der erste, der vom wunderbaren Dienstplan der World Serpent-Bands abwich. Ich war der nächste, gefolgt von Albin Julius von Der Blutharsh und Ian Read von Fire & Ice. Die Leute von Strength Through Joy/Ostara haben leider eine etwas andere Position als der Rest von uns und wir warten darauf, zu sehen, was mit den Twilight Command-Titeln passieren wird. Unsere Augen sind definitiv auf eine wachsame und brüderliche Weise auf sie gerichtet.
 
20 Jahre Bandgeschichte, welche Ereignisse sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?
 
D.P.: Ich muss ehrlich sein und sagen, dass, obwohl Ende des Jahres 2001 das 20-jährige Jubiläum der Gründung von Death In June ansteht, ich nur an die Gegenwart denken kann. Ich bin beschäftigt genug, meine Vergangenheit und meine Zukunft zu sichern. Bis das erreicht ist, ist alles andere nichts als eine Zerstreutheit, bei der ich es mir nicht leisten kann, zu verweilen. Alle besonderen Momente sind vom Überleben überschattet.
 
Welche Ziele möchtest Du in Deinem Leben noch erreichen?
 
D.P.: Es gibt viele, viele Dinge, die ich noch zu erreichen habe, aber wie ich auf die vorherige Frage schon antwortete, ist Überleben auf allen Ebenen das Einzige, worauf ich mich im Moment konzentriere. World Serpent´s Versuch mich und Death In June/NER zu ruinieren, war die konzertierteste Bemühung, alles zu zerstören, was ich jemals getan habe. Mein Ziel ist es, erfolgreich zu überleben. Und glücklich!
In den vergangenen Jahren erschienen wieder einige Death In June-Bootlegs, so zum Beispiel die 
"Only Europa Knows"-CD und die "The March Of The Lonely"-Single. Von beiden heißt es, sie seien "semi-offiziell". Inwieweit hast Du wirklich mit diesen Veröffentlichungen zu tun? Was hältst Du von ihnen?
 
D.P.: Es gibt nichts "semi-offizielles" an diesen Titeln. Sie sind schlicht Bootlegs! Ich habe sie bisher nur in Läden stehen sehen. Ich habe sie mir niemals angehört und besitze keine Kopien davon. Sie sind bedeutungslos für mich.
 
Was ist aus den Plänen geworden eine Death In June-CD-ROM und ein Video zu veröffentlichen?
 
D.P.: Noch einmal geht es zurück zu den Problemen, die ich mit World Serpent habe. Das Jahr 2000 war verplant mit der Ausführung einer Reihe neuer Projekte, wie der CD-ROM und dem Video, aber plötzlich hatte ich kein Geld. Plötzlich muss ich Schwälle von Lügen bekämpfen, die in der "Indie"-Szene über mich erzählt werden, wie z.B., dass ich von World Serpent aus "politischen Gründen" "gefeuert" wurde. Plötzlich befinde ich mich in langen, zeitraubenden Treffen mit Rechtsberatern. All jene Pläne verschwanden durch das Fenster, auf Grund von World Serpent Distribution´s Versuchen, mich zu zerstören.
 
Was ist aus dem Vorhaben geworden, den Film "Pearls Before Swine" auf NER zu veröffentlichen?
 
D.P.: Es gab niemals irgendwelche Pläne, den "Pearls Before Swine"-Film via NER zu veröffentlichen, obgleich wir ihn möglicherweise auf DVD oder Video etc. verkaufen werden, wenn er heraus kommt. Dieser Film hat in letzter Zeit nur eine Serie von Aufführungen bei Filmfestivals auf der ganzen Welt beendet, deshalb sollte er irgendwann später in diesem Jahr käuflich zu erwerben sein. Es war Pech, dass ihn das traf, was man Nach-Produktions-Probleme nennt, nachdem er im Kasten war, so dass er im Endeffekt vier bis fünf Jahre mit der Veröffentlichung hinterherhinkt. Meine Verbindung mit dem Film ist, dass ich in zwei Rollen in den Film erscheine, und dass Death In June gemeinsam mit Boyd Rice/NON Songs für den Soundtrack eingespielt hat. Weder ich noch NER haben irgendetwas mit der Produktion dieses Filmes zu tun.
 
Welche Pläne hast Du mit Death In June und anderen Projekten in der Zukunft?
 
D.P.: Nach der Veröffentlichung von "All Pigs Must Die" und dem Abschluss des "Wolf Pact"-Albums sind für den Rest des Jahres keine weiteren Projekte geplant. Eventuell wird es ein paar weitere Konzerte akustischer Natur geben? Schlager Folk A-Go-Go!
 
Welches Death in June-Album hältst Du persönlich in musikalischer Hinsicht für das Beste, und welches für das Wichtigste?
 
D.P.: Mir fällt kein Album ein, welches nicht auf die eine oder andere Weise für die Geschichte von Death in June wichtig war. Mein Liebstes ist immer das Neueste. Ich liebe es, "All Pigs Must Die" zu hören. Das ist sehr wichtig.
 
Wie gefällt Dir das "Thaglasz"-Buch?
 
D.P.: Es ist ein Sammlertraum, obgleich ich denke, dass es einige Fehler enthält, die ich gern in einigen Abschnitten korrigieren würde. Eine Arbeit der Besessenheit, die ich zu schätzen weiss.
 
Hat sich Deine Beziehung zu Deutschland im Laufe der letzten Jahre geändert?
 
D.P.: Ich denke, die Beziehung eines Jeden zu Deutschland hat sich im Laufe der Jahre geändert! Besonders das Verhältnis der Deutschen zu Deutschland!! Unglaublich!!!
 
Was denkst Du über die Idee der Vereinten Nationen, sowie der Europäischen Union und über deren reale Umsetzungen?
 
D.P.: Ich denke, die UNO kann gute Arbeit verrichten, aber vieles davon ist verschwendet oder verdächtig zu wenig zu spät und die EU sollte weniger ein Paradies für engstirnige Bürokraten und Geschäftsleute sein, und mehr ein eurozentrischer, kultureller Austausch, der ernsthaft die europäische Einheit fördert.
 
Welches sind deine Lieblingskünstler bzw. -alben im Moment?
 
D.P.: Ich habe mir in den letzten Wochen so viel von mir, Boyd oder Albin angehört, dass ich im Moment nichts anderes hören kann. Außer vielleicht Petula Clark, die ich letzte Woche zum ersten Mal sah. Ich bin sicher, der Großteil eurer Leserschaft wird denken, "Petula wer?".
 
Kontakt: www.deathinjune.net

DEATH IN JUNE
BM JUNE
LONDON
WC1N 3XX
ENGLAND

Interview by Enrico Eisert/Heiko Meyer
Thanks to Tomas Fiedler für die nette Hilfe bei der Übersetzung
Taken from www.pagandance.de
Picts from Carl Marc. S


 Quelle

Interview: Rome - September 2011

Interview with

Jérôme Reuter of Rome

After a year of silence, Luxembourgish Neofolk project ROME is back on tour and is to release its new trilogy in November. Reflections of Darkness met Jérôme Reuter in Brussels 17th September 2011.

 “Art is not about pleasing people.“

Reflections of Darkness (RoD): Would you tell us something about your new trilogy ‘Die Aesthetik Der Herrschaftsfreiheit’? What are we to expect?
Jérôme Reuter (Jérôme): Well, it has three albums… (laughs) ‘Flowers from Exile’ was a very personal record because of my family history. The family of my uncle was involved in the civil war and subsequently forced to go and live in exile in France; in that respect ‘Nos Chants Perdus’ was a natural sequel to it. But during the research I did for those albums, I felt that there were still some important things that were not yet addressed. There was this greater underlying theme, a historical undercurrent. While doing the research, I sensed this spirit of revolt, the joy of fighting for freedom. I found this revolutionary spirit in Spain and then I saw the same thing in France, so I wanted to get to the core of it, to see what it was really about.




 RoD: You have referred to your first three albums on CMI as a trilogy, but this time you have decided to bring us all the parts as one package.
Jérôme: In a way, my first albums (‘Nera’, ‘Confessions d’un Voleur d’Âmes’, ‘Masse, Mensch, Material’) were a trilogy, yes. Moreover, ‘Confessions’ was recorded before ‘Nera’ was released, so I could not get any feedback on it, so in that respect the situation was not so different. In a way, those first albums are also reflected in the new trilogy: The first one is a very noisy, brutal one, mirroring the bleakness of ‘Nera’, it is like an uproar of a revolution. People who liked ‘Nera’ will probably like the first part of the trilogy. The second… …is the downfall. The third one has some hope to it, it is mellower. In fact, it reminded me of ‘Masse…’. It was like going back to ‘Masse…’ and starting to move onwards from there, but just in a different direction. It’s like following a path that I did not choose back then. And now I am ready to ignore all of it and the new stuff I am writing right now goes in a completely different direction entirely. So, anyway, fans of my earlier work will probably like the trilogy, but I have got some other things planned that they may not like… (laughs)

RoD: Was this music born over the years or during a shorter, more intensive period?
Jérôme: Both, actually. I think I had something like one third of the material ready before I started working on it. The first part was pretty much done already by the time I walked into the studio. But the idea of this trilogy has been in my head ever since 2008. Then I wanted it to be like a total audio book, with no actual songs on it, just a collage and spoken words. The longer intros and the excessive German spoken word parts are reminiscent of that.







 RoD: You say you only used analogue equipment for the trilogy. What’s the thought behind this? Is it some kind of a dogma for music, like the one Lars von Trier and his colleagues announced for movies?
Jérôme: There’s a lot of pressure that you put on yourself, and a lot of the time that keeps it from being a really great record. For the music, it was more important to go into a “Do It Yourself” kind of spirit. All that mattered were the songs themselves. It wasn’t planned beforehand, though: I moved out of Germany and needed a new studio and called up a guy with whom I worked in Brussels when I was in a punk band fifteen years ago. He said he had moved to the countryside and had analogue equipment there. There was nothing there, a calm and quiet place. It was easy to keep going once you got the ball rolling, since there was nowhere to go to. (laughs)

Going back to your question, I must say that ‘Nos Chants Perdus’ was kind of overproduced. You know, you want every record to be the best you have ever done and always sound better than the previous one. ‘Nera’ was recorded in seven days. ‘Nos Chants Perdus’ took about seventy. It ruined me financially, but we brought it to a level where it could compete with the high end productions. But it just doesn’t make sense for us to try to compete with those kind of productions, because were not on those kind of budgets and we are subject to the consequences of people stealing music. I simply couldn’t afford to do this in the same way as ‘Nos Chants Perdus’, but at the same time I didn’t want to, artistically speaking. I also like the kind of working process that analogue technique forces upon you. I recorded two or three songs to try it and I liked the sound and the process: You record and that is it. You can’t go back all the time. It is very spontaneous. With digital recordings, there was extensive post-production. The work never stops. Now you have five hours to finish the song and there is no going back. So it was all handmade and hardly produced. I still use a lot of samples but they are kind of minimal, too.

RoD: You announced a campaign for a living room tour in Europe and US. Where did the idea come from?
Jérôme: We’ve noticed that on our concerts there are a lot of people from hundreds of miles away. They’re spending hundreds of euros on tickets, hotel bills and sometimes even flights for just one show. So I thought why not just get a couple of friends together who are willing to spend the same amount to have us pay in their living room. That is the idea. We’re going to do it in the US and we are definitely going to do it at some point in Europe, but I don’t know when. It simply is a lot of money to get the band moving. 


 “Beware of words and their power to charm”

RoD: I don’t know if you have any formal background in history, philosophy or literature, but it appears you’ve studied them for the trilogy. Press release reads almost like an essay - or a manifesto.
Jérôme: I studied German and English literature at university, so I did learn how to do research during that - that’s what it’s all about. I like doing that before I start a project. It’s like doing a film: before you start to shoot you have to write a script, think about the cast and so on. There definitely is kind of preproduction process going on here, for instance researching what sort of sounds to use. It takes a lot of time.

RoD: You are a renown multi linguist. Do you actually still have one language that you consider as your mother tongue?
Jérôme: I clearly do have Luxemburgish as my mother tongue. I constantly switch languages, but as long as you keep dreaming in your mother tongue, it is ok, I guess. (laughs)

RoD: You mix strikingly many languages in your albums. What is the purpose of it? Is it that concepts can never be quite translated to another language?
Jérôme: Exactly that. I‘ve had an album with a Spanish focus and one with French focus and now most of the new trilogy is in German. All the things I read, all the voices I heard… everything that stuck with me while working on the trilogy was in German. I didn’t want to translate it because that was the way it was supposed to be and sounded most natural. I was inspired by the trilogy ‘The Aesthetics of Resistance’ by Peter Weiss. It is such an important book, but it has been sold out for years. When I finally got it in my hands by chance, I was amazed by the form of it. Every book has like seven hundred pages, every few hundred pages there is maybe a chapter number if you are lucky… Millions of words, how was I ever going to read it? I really liked that!

RoD: So you clearly aren’t going to give your listeners an easy time?
Jérôme: Well, it was planned to be much worse. (laughs) But it’s not actually a very difficult album for the most parts, except for those very long German passages. I tried to translate it but it just didn’t sound right. There was no way around it.

RoD: So in a way the listeners are forced to do their own research?
Jérôme: In a way, yes… Or maybe I‘m just lazy. (laughs) 





 “I renounce you…”

RoD: I perceive Luxembourg as a melting pot for cultures, where nearly everyone has roots somewhere else. Besides Luxembourg, I understand that you've been living at least in Germany, UK and Belgium. Your songs also appear to reflect some kind of alienation, yet simultaneously they reflect attachment.
Jérôme: I don’t believe in nations, nation states, anything like that. If anything, I identify myself as a European. I have roots in different countries. I feel like home everywhere in Europe. This doesn’t mean I would be advocating for the EU the way it is today or anything. That’s not what it’s about; it’s all about the cultural heritage. Also, every country is different and that’s what I like about it.

RoD: Would you say there’s an ideology behind ROME?
Jérôme: No. If there was, it would be a different one every week. This trilogy is the most political thing I’ve ever done. It reflects some early streams of the 20th century left-wing movements and thoughts – I share some of the views and I’ve always been outspoken about not liking the right-wing, but I don’t want ROME to be seen as a political project. It’s again like a movie you make, a subject you chose, a theme you decided to follow for a production. And in my private life, I’m not that much of a political person. I haven’t really found anything ideological that I’d put myself to service to. 





 RoD: We are lucky to live in a society where we have freedom. So what’s the fight we should be fighting in today’s world?
Jérôme: These records reflect specific times in history, specific fights one could justify. I’m not advocating that people should go to the streets and burn a bank or something, although there’s not that much to be said against doing that… (laughs) Of course one could have the same kind of fight today, but I‘m not going to tell people what’s the good fight. That’s up to people, really. I’m trying to include as many views as possible. The records are more about establishing characters. They may be very strong, but have their flaws and weaknesses, have failures, be traitors… There is beauty and pride and also in being frail.

So while it’s not about a specific fight, it’s inevitable that things are not going to stay like this forever. It’s a natural fact that it can’t go on. We are living in a corner of a world that’s eating everybody else’s food. Perhaps we’ll be fine for another fifty years, but there will be a lot of people suffering for our well-being. All this will be gone soon. It’s sad, but unavoidable. We don’t know what’s going to follow, but it definitely will not be the same again. I’m not going to say it would be bad, just different. It will be a lot worse at the start but maybe something good will come out of it… There will always be an end in everything. Do not get accustomed to things. Keep yourself busy, keep moving.

RoD: I recently stumbled across a little Nazi Goth boy who was quoting your lyrics. I found it rather surprising because if anything, I personally would've seen ROME as anti-war and anti-dictator of any kind, and definitely not one of far-right ideals.
Jérôme: People are stupid, you know. (laughs) Yes, you can write that down, everybody knows that. It’s not like I have an anti-right wing badge on the album covers, but if you read the lyrics, it should be quite clear. Sometimes you see people and are like, “whatta…” Maybe they should go and read a book or something. But everyone’s got the right to be interested in whatever they want. If someone really has a thing for that kind of things, they’ll find what they want from any kind of music. A lot of bands glorify war, and there is a lot of war in ROME, but I don’t portray it as something glorious and also I don’t see the point of singing about flowers…





 RoD: Matt Howden from Sieben openly speaks against Nazist and racist ideas among Neofolk music fans. Do you have any thoughts on the alleged connection between neo-Nazism and Neofolk?
Jérôme: It’s revolting to see ROME to see linked to right-wing bands. There’s these bands that are openly or by causative factors linked to those ideals. Many artists state they aren’t political, but at the same time they’re dealing with very political issues. I’ve always been very clear that we aren’t right-wing and that we’re on the left side of things, even though we’re not a left-wing band as such. I do not want ROME to be a political band. But Nazis are scum, end of story.

RoD: Do you actually even perceive ROME as a Neofolk project? I can see this label arising from your CMI years, but lately, it has appeared somewhat unfitting: You seem to draw more from Leonard Cohen than a stereotypical Neofolk ensemble.
Jérôme: A year ago I’d have said to hell with Neofolk, ROME is not Neofolk. (laughs) Well, the last two albums weren’t Neofolk, but I started out sounding partially like some of the Neofolk bands, so I don’t mind being labelled as one and I’m used to that. Besides, stylistically, Neofolk is pretty difficult to describe anyway. But there’s more to ROME than just Neofolk and that’s what I like about it. That’s what people like about it. Rock’n’Roll, industrial, singer-songwriter, punk, all kinds of weird dark stuff… And I don’t really know how to label myself, and I don’t really care. For me, it’s just music. 



“Compromise - is not possible!”

RoD: You’ve mentioned that you can get along with very little money. Is that simply out of necessity to be able to live on your music?
Jérôme: Well, yes, as a musician you kind of make that choice anyway before you start. Buying expensive cars has always been out of the question – certainly with the kind of music I do. Making music doesn’t generate a lot of money, and in recent years the global record sales have dropped to such an awful degree that all musicians, labels and fanzines suffer from the consequences of people stealing music. It’s generally played down, either by the bands and labels to keep their guard up and to keep up appearances, or by people who just go “oh, well, you can still play live and make money there”, and “downloading gets you more fans” and shit like that.

A record label invests tons of money into making a product and promoting it. Now we just took the customer out of the equation. The math is simple, if not enough people buy it, there won’t be a next record, because there are more fun ways to burn money for everybody involved. And playing live is hard if you want to make a living with it, because everybody has to tour now, so the fees are going down because of the competition. A lot of labels don’t have enough money to pay for advertising in the fanzines, so the fanzines don’t get any money anymore either. So it’s really tough right now. A lot of the underground culture is dying because of that. I don’t care if the major players struggle, they have been asking for it ever since they started, but it’s the small companies, the small idealists who find it harder by the day to get by. It is stuff like that people really don’t think about when they are stealing our work.

We aren’t pop stars who can find other ways to make money – I can’t release some stupid perfume or sneakers or whatever. And I don’t have another job waiting somewhere. At least, there’s still a lot of people out there who support the artists by buying merchandise and purchasing the albums. There’s – at the moment – still enough of those individuals who keep this going and make it possible for me to release another album. So, yes, living on very little money is a necessity more than a choice. I chose to become a musician, so I chose not to have a lot of bling bling. But on the other hand I don’t care a bit about the bling. I don’t even have a TV.

 RoD: I keep repeating myself, but you’ve been amazingly productive. Do you have other interests in life that would have nothing to do with music?
Jérôme: I have a part in my life that is private and sacred, but pretty much everything else is ROME. As you can see, all my friends are in the band. Everything I like, people I meet, theatre, books I read, history, all that is combined in ROME.

RoD: Where are you planning to go from here? I’m not expecting to you to tell the details, I know you won’t. But do you know already yourself?
Jérôme: Before it’s done I can’t really speak about it, also because you never know what it’s really going be like in the end. Maybe you run into something you didn’t expect and venture that direction. I talked to a friend about ‘Flowers From Exile’ before it was released. I told him about this small mellow thing and by the time it was out and he heard it, it had turned out into this grand rock kind of thing. Every album is different. The next will be even more different. (laughs) I don’t want to reveal anything. All I can say is that I have a completely different approach to songwriting right now. My intention is to keep fresh. You easily get stuck recording the same album again and again. Most artists think they reached whatever they were striving for once they have found their sound. I don’t believe in that. Once you find your sound, change it! Art is not about pleasing people.





 Titles are excerpts of ROME’s lyrics. ‘Die Aesthetik Der Herrschaftsfreiheit’ is out on Trisol 11th November 2011 and on sale via Infrarot.
Pictures by Achim Webel (www.nightshadow-photoart.de



Quelle

Samstag, 3. November 2012

ART ABSCONs - Der verborgene Neofolker -Interview Teil 2-

Im Labelinfo steht, Du seiest eben in dieser deutschen Romantik und im Symbolismus verhaftet. Beiden ist das Traumhafte gemein; und Deine Texte sind nun wirklich außerordentlich romantisch. Gibt es Autoren der jeweiligen Epochen / Richtungen, die Dich besonders beeinflussen und beeindrucken, und wodurch?

Ja, wie eben erwähnt, hat mir FRIEDRICH SCHLEGEL einen sehr tiefen Einblick in das geboten, was ich eigentlich tue, und ich halte seine Kunsttheorie immer noch für brandaktuell und vollkommen zeitlos. Seine theoretischen Abhandlungen über das Wesen der romantischen Universalpoesie sind in meinen Augen bald noch faszinierender als die tatsächlichen Kunstwerke, die sie anschließend inspiriert haben. Ihre perfekte Umsetzung haben sie allerdings meines Erachtens im Frühwerk LUDWIG TIECKs gefunden, besonders in seinen Kunstmärchen, wie etwa "Der blonde Eckbert" oder "Der Runenberg". Später haben E.T.A HOFFMANN und HEINRICH HEINE die romantische Schraube noch einmal weitergedreht und SCHLEGELs Theorien weiter ironisiert und ad absurdum geführt, was zu erstaunlich vielschichtigen und faszinierenden Ergebnissen geführt hat.

Während die deutsche Frühromantik eine sehr frische und frühlingshafte Natur hat, die ich sehr liebe, ist der Symbolismus hingegen so etwas wie eine seltsam späte Blüte der Romantik, die all ihre kindliche Unschuld verloren hat – die Schattenseite der Romantik. Ähnlich wie heute der Neofolk waren Romantik und Symbolismus Produkte einer allgemeinen Kulturverdrossenheit und einer tiefen Skepsis gegenüber der Gültigkeit westlicher Werte sowie eines Zweifels an der Richtigkeit eines rein wissenschaftlichen Weltbildes. Es sind Strömungen, die danach trachten, absolut alles Erdenkliche geistig durchzuexerzieren und auszuloten, um die Suche nach neuen Lösungsansätzen zu katalysieren und sich dabei nicht scheuen, die Welt komplett auf den Kopf zu stellen oder auch sehr heiße Eisen anzufassen. Natürlich erntet man dadurch sehr viel Misstrauen sowie eklatante Fehleinschätzungen von unreflektierten Menschen, die versuchen, den jeweiligen Künstler auf einen bestimmten Standpunkt festzunageln – sei er spirituell, ästhetisch oder politisch.

Es gibt und gab nicht viele deutsche Musikprojekte mit romantischen Texten; zumindest nicht viele, die nicht kitschig oder peinlich waren. Kennst Du ENDRAUM? Deine Texte erinnern mich sehr an diese deutsche Band der 1990er-Jahre …

Ich denke, dass eine falsch verstandene Romantik und ein einseitiger Kunstanspruch in der Tat immer zu sehr peinlichen Ergebnissen führen – zum Beispiel immer dann, wenn dem Ganzen die selbstironische Note fehlt. Belege gibt es dafür erschreckenderweise eine ganze Menge in der gesamten deutschsprachigen Musik.

Bei ENDRAUM muss ich leider passen. Der Name ist mir schon ein paar Mal untergekommen, aber ich bin nie dazu gekommen, nachzuhaken, worum es sich dabei eigentlich handelt. Vielleicht sollte ich das einmal nachholen. Danke für den Hinweis.

Wovon träumst Du, im Schlaf und im Wachzustand?

Nachts träume ich von Musik, tagsüber träume ich davon, sie nachspielen zu können.

Der Titel Deines aktuellen Albums sowie viele Textpassagen deuten darauf hin, dass Du davon ausgehst, dass die Welt, die Natur und die Menschen, sich selbst überlassen wurden. Einen Schöpfer, einen Lenker gibt es nicht mehr. Was gleichzeitig bedeutet, dass früher mal etwas Übermenschliches existiert haben muss. Kannst Du uns Deine spirituelle Sicht der Welt erläutern? Glaubst oder glaubtest Du an Gott, an den Teufel?

Unsere Existenz ist ein Rätsel und ein Widerspruch in sich selbst. Wir sind da, wissen aber nicht weshalb. Wir sind mit geistigen und sensorischen Fähigkeiten ausgestattet, die es uns erlauben, diese Welt zu erforschen und zu ergründen, um nach dem Sinn unserer Existenz zu suchen; und dennoch ist diese Welt so beschaffen, dass sie sich immer einem letzten Schluss entzieht, dass sie am Ende stets jede Beweiskette ad absurdum führt. Das wissenschaftliche Weltbild stößt ständig an seine Grenzen, und der Glaube hat seine Daseinsberechtigung verloren, weil es keine vertrauenswürdige religiöse Instanz mehr gibt. All dies erfüllt uns mit einer großen Unsicherheit und dem beängstigenden Gefühl einer universellen Sinnlosigkeit unseres Daseins. Um sich diesem Zustand der völligen Sinnentleerung nicht stellen zu müssen, haben wir eine kolossale Unterhaltungsindustrie entwickelt, die uns in seelenlose Drohnen verwandelt und uns dabei hilft, unser Leben schlichtweg zu verschlafen während wir in schalen Hollywood-Träumereien und virtuellen Realitäten vor uns dahinvegetieren.

Was uns fehlt, ist ein grundlegend neuer Denkansatz. Die Verbannung der Religiosität und der Mystik zu Gunsten eines wissenschaftlich orientierten Erklärungsversuches der Welt hat uns in diese Sackgasse hineinmanövriert, während der bloße Glaube als sinnstiftendes Element nicht mehr ausreichend ist, da die Wissenschaft uns gezeigt hat, wie unzulänglich die meisten religiösen Modelle sind.

Mir ist es völlig unverständlich, warum wir es uns aufgebürdet haben, der Ansicht zu sein, uns entweder für die eine oder die andere Alternative entscheiden zu müssen. Die Alchimie zum Beispiel verband Wissenschaft und magisches Denken auf eine hervorragende Weise. Wir müssen wieder lernen, den Widerspruch zu umarmen, denn nur in ihm erschließt sich uns das wahre Wesen der Welt und unserer eigenen Natur. Besonders das romantische Weltbild lehrt uns, dass es durchaus legitim ist, den Widersprüchen in der Schöpfung mit Widersprüchlichkeit zu begegnen, und auch ADORNO vertritt den Standpunkt, dass in einer widersprüchlichen Welt auch das Denken widersprüchlich sein müsse. Die Wahrheit ist niemals statisch; sie oszilliert vielmehr zwischen zwei Polen, welche die Welt im Gleichgewicht halten. Nur wer in der Lage ist, zu begreifen, dass es gleichzeitig wahr ist, dass das Universum nichts weiter als ein sinnloser Zufall ist UND dass es einen Schöpfer gibt, der es zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat, ist in der Lage, der Wahrheit einen Schritt näher zu kommen, weil er beginnt, mit ihr zu schwingen, oder, wie DENIS SAURAT es formuliert: "Man kann nur einen Gott wahrhaftig lieben, von dem man sich nicht sicher ist, ob er existiert. Man kann nur den Gott wahrhaftig lieben, der nicht existiert."

Passt diese Sicht der Dinge zu den Romantikern, die die Natur, sozusagen als Mittelweg zwischen Göttlichkeit und Wissenschaft, als Prinzip allen Seins ansahen? Was bedeutet für Dich die Natur, wie lebst Du mit ihr?

Diese Auffassung der Natur trifft mehr auf die Romantik des Transzendentalismus zu, der in der Natur die Sprache Gottes sah. Ich teile sie bis zu einem gewissen Grad, etwa in der Weise, wie der Jesus des gnostischen Thomas-Evangeliums es zu erkennen gibt: "Erkenne, was vor deinem Angesicht ist, und das, was für dich verborgen ist, wird sich dir enthüllen. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird."

Ansonsten fahre ich kein Auto, trenne meinen Müll, spare Strom, esse kaum Fleisch und liebe Radtouren durch den Wald. Du lachst? Nein, wirklich!

Das war höchstens ein Lächeln! Du scheinst Dir oft zu widersprechen in Deinen Texten. "Die Welt ist mein Traum … im Morgengrau(e)n", und kurz darauf: "Erwacht ist der Drang zum Weltuntergang". Wie sieht die Zukunft aus: Traum oder Weltuntergang?

Das Grundkonzept des Verborgenen Gottes fußt auf einer speziellen Art des Solipsismus. Die Erkenntnis, dass sich genau genommen rein gar nichts von dem, was sich außerhalb unserer Sinne befindet, mit Sicherheit belegen oder analysieren lässt, wirft das eigene Individuum als alleinig vertrauenswürdige Instanz auf sich selbst zurück. Selbstverständlich hält sich jeder einzelne Mensch für das Wahrnehmungszentrum des Universums – und er hat damit gleichzeitig Recht und Unrecht, denn der Streit zweier Solipsisten, die beide beweisen wollen, dass nur einer von ihnen das einzig existierende Bewusstsein ist, welches den anderen in seiner Vorstellung produziert, ist ein Beispiel, welches die Absurdität des herkömmlichen Solipsismus schnell belegt. Andererseits aber verhält es sich so, dass jedes Individuum für die Entstehung seiner eigenen individuellen Welt verantwortlich ist, denn seine persönliche Art der Wahrnehmung der Welt ist absolut einzigartig. Dementsprechend ist reine Wahrnehmung im Grunde bereits Schöpfung, denn diese Welt würde nicht existieren, wenn sie nicht wahrgenommen werden würde. Somit ist jedes wahrnehmende Individuum potentiell ein Schöpfer – ein Gott. Und wenn diese Welt nichts weiter ist als meine Vorstellung, mein Traum von ihr, dann erlischt sie genau in dem Moment, in dem ich erwache. Genau dieses Erwachen aber ist die Geburtsstunde des potentiellen Gottes, der tief verborgen in uns schlummert. Das Erwachen des Verborgenen Gottes in uns wäre demnach gleichzusetzen mit den Ende der Welt, wie wir sie kennen; und natürlich fürchten wir dieses Ende genauso sehr, wie wir uns nach ihm sehnen ("Wollen wir wecken / Was in unseren Ahndungen dämmert? / Ob Schönheit ob Schrecken / Was immer dort schlummert?")

Wie dem auch sei, selbst wenn wir ihn jetzt noch nicht wecken wollen, sollten wir uns diesen Gott, der in uns schlummert etwas bewusster machen und versuchen, mehr auf seine Stimme zu hören – denn er spricht manchmal im Schlaf.

Von der Zukunft der Welt zu Deiner persönlichen, musikalischen Zukunft: Die Diskografie von ART ABSCONs ist gerade mal zwei Jahre alt. Da könnte uns noch viel erwarten, oder?

So wie ich ABSCON kenne, wird in der Tat noch einiges auf uns zukommen. Im August erscheint allerdings zunächst eine besonders ausgefallen gestaltete Vinyl-Edition von "Am Himmel mit Feuer II". Dieses Album ist nun endlich eine professionell produzierte Version seines gleichnamigen Vorgängers und enthält ein paar neue Stücke sowie verbesserte Versionen der alten Stücke. Im Großen und Ganzen ist es eigentlich ein komplett neues Album und ein sehr hübsches Sammlerstück. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Es ist sehr rund und gut produziert und wird wahrscheinlich erst nächstes Jahr auf CD erscheinen.

Am 31. Oktober diesen Jahres werden ART ABSCONs wieder live spielen, wenn alles gut geht, in Rom, was gleichzeitig eine Release-Party für eine Halloween-EP auf Vinyl sein wird, die wahrscheinlich bereits eine Woche vor Halloween bestellt werden kann, aber nicht vor dem 31. Oktober gehört werden darf. Ein weiteres Konzert ist für den 31. Dezember in Leipzig bestätigt, in der Theaterfabrik zusammen mit DERNIÈRE VOLONTÉ und TRIARII.

Anfang nächsten Jahres steht dann endlich das nächste richtige ART ABSCONs-Album an. Ich habe es bereits komplett in einem der ergreifendsten und bedeutsamsten Träume hören dürfen, die ich je hatte, und schon einen Teil davon aufgenommen. Dieses Album wird ein perfektes Zeugnis von ABSCONs Sendungen sein, denn ich weiß, dass ich endlich die nötige Erfahrung sowie das technische Wissen angehäuft habe, seine Eingebungen in würdiger Weise umzusetzen. Ich bin schon sehr aufgeregt und selbst unglaublich gespannt auf das Ergebnis! Es ist eine sehr große Verantwortung, die mir da zuteil wird! Das Album wird "Les Sentiers Éternels" heißen.

Zu alledem wird es noch eine BAUDELAIRE-Vertonung mit L'HORRIBLE PASSION geben, einen Soundtrack zu einem Film sowie eine sehr vielversprechende Zusammenarbeit mit einem bildenden Künstler. Aber darüber verrate ich jetzt noch nichts ... Außerdem hatte ich nach unserem letzten Konzert mit LUFTWAFFE und GNOMONCLAST in Italien noch ein paar Tage N2 ITINITI, J1 STATIK und SASHA FELINE von GNOMONCLAST bei mir zu Gast, und wir haben ein paar sehr schöne Sachen zusammen aufgenommen ...

ART, danke für das umfassende Interview und weiterhin viele Inspirationen für zukünftige ART ABSCONs-Projekte!

Quelle

ART ABSCONs - Der verborgene Neofolker -Interview Teil 1-

Hin und wieder stoße ich auf für mich neue Künstler im Bereich Neofolk, Darkfolk etc. und möchte daher einiges Wissenwertes hier verlinken, vorab ein Interview mit Art.

Wie soll ich Dich denn ansprechen? Du oder Sie? ART oder Mr. ABSCONs? Oder ganz anders? Und was bedeutet der Projektname?

Du und ART sind vollkommen in Ordnung, soweit lediglich der Erfüllungsgehilfe von ABSCON angesprochen wird – also meine Wenigkeit. Der Name ABSCON hat eine sehr vielschichtige Bedeutung, welche die Eigenart hat, ständig zu wachsen. Ich darf im Moment allerdings nur drei Dinge über diesen Namen verraten. Erstens: Er bezieht sich auf eine nordfranzösische Kleinstadt namens Abscon, die unter römischer Belagerung 'Abscondinium' hieß. Zweitens: Er bezieht sich auf das lateinische Wort 'absconditus', welches 'verborgen' oder 'geheim' bedeutet, sowie auf das französische Wort 'abscons', welches so viel wie 'nicht zu verstehen' bedeutet. Drittens: Er bezieht sich auf THOMAS VON AQUINs Lehre vom 'Deus Absconditus', dem verborgenen Gott.

ART, wenn ich die Philosophie Deines Projektes richtig verstehe, dann siehst Du Dich nur als eine Art Medium, welches von der Figur des 'Grandmaster ABSCON' inspiriert und befüllt wird. Wer ist dieser Grandmaster ABSCON, und handelt es sich um eine reale Person oder ist das vielmehr Dein lyrisches Ich? Oder umgekehrt – bist Du das lyrische Ich vom Grandmaster?

Inspirierte Kunst folgt immer genau diesem Prinzip. Allein der Begriff 'Inspiration' deutet bereits darauf hin, dass dem Künstler etwas 'eingehaucht' wird. Ein wahrer Künstler ist niemals für den Ursprung seiner Ideen verantwortlich. Die landläufige Vorstellung, dass Künstler so etwas wie 'Phantasie' besäßen oder gar 'sich selbst verwirklichen' möchten, ist ein grober Irrtum, der mich gewöhnlich sehr peinlich berührt und oft sogar verärgert. Ein Künstler ist lediglich jemand, der von Ideen heimgesucht wird, die von außerhalb auf ihn einströmen. Sie bitten ihn darum, ihnen eine greifbare Form zu verleihen. Sobald er sich auf diese Bitte einlässt, wird ihm eine große Verantwortung aufgebürdet, denn nun liegt es an ihm, der Idee mittels all seines Könnens (und der etymologische Ursprung von 'Kunst' liegt im 'Können') eine Gestalt zu verschaffen, die ihrem übernatürlichen Wesen würdig ist. Genau genommen ist der Künstler also bloß ein Handwerker, der einen Auftrag aus dem Jenseits erhält.

Wer oder was ABSCON genau ist, weiß ich nicht. Alles, was ich weiß ist, dass er sich meiner scheinbar nach Belieben bedient. Er spielt mir seine Musik in Träumen vor, er diktiert mir seine Poesie in plötzlichen Epiphanien, er lässt mich Dinge finden und entdecken, die seinen Zwecken dienen, er fährt in meinen Körper, wenn ich seine Maske trage. Nach unseren Konzerten beispielsweise kann ich mich manchmal nur schwer daran erinnern, was eigentlich auf der Bühne passiert ist, und einige Konzertbesucher haben mir hinterher erzählt, dass sie in manchen Momenten den Eindruck gehabt hätten, die Maske sei lebendig gewesen – was sie erschreckt aber sehr fasziniert habe.

Viel spannender noch die Frage: Wer bist DU? Wie alt bist Du? Und warum verbirgst Du Dich hinter einer Maske? Hat diese Maske – wie zum Beispiel die Masken der Perchten – eine bestimmte, historische Bedeutung?

Ich glaube nicht, dass die ANTWORT auf diese Frage besonders spannend ist. Der Mensch hinter dieser Maske ist niemand besonderes. Er ist weder besonders hübsch, noch besonders hässlich, weder besonders gebildet noch besonders ungebildet, usw. Er ist Mitte Dreißig und hat ansonsten eigentlich keine interessanten Eigenschaften. Die Maske weist darauf hin, dass ihm als Person kein Verdienst an dem Werk ART ABSCONs zusteht. Jeder Popanz könnte ART ABSCON sein, wenn ABSCON ihn nur für sich auserwählen würde. Das ist das Einzige, worauf ich stolz sein kann: dass ich die Ehre habe, seine Ideen verwirklichen zu dürfen. Darüber hinaus hat die Maske keine weitere Bedeutung. Sie dient lediglich dazu, mich selbst als Person aus dem Kunstwerk ART ABSCON hinweg zu streichen. Die meisten Leute in meinem privaten Umfeld wissen überhaupt nicht, dass ich Musik mache. Es ist nicht wichtig, wer ich bin. Wichtig ist nur, was durch mich vermittelt wird.

Aber die Singstimme bist schon Du, oder? Hast Du eine musikalische Ausbildung? Der Vortrag klingt sehr professionell …

Ja, irgendwie ist es meine Stimme, irgendwie aber auch nicht. Es ist seltsam, aber Leute, die mich und meine 'Alltagsstimme' gut kennen, erkennen sie nicht wieder, wenn sie ART ABSCON sprechen oder singen hören. Ich selbst habe keine wirkliche musikalische Ausbildung und bin lediglich ein sehr fauler Autodidakt. Wenn mir ein Instrument vorgesetzt wird, tue ich einfach, was ich tue. Ich spiele zwar mitunter viele Instrumente, aber keins von ihnen besonders gut.

Gibt es außer Dir (und dem Grandmaster) noch andere Mitglieder von ART ABSCONs?

Bis auf meine Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern wie GNOMONCLAST habe ich alle Instrumente auf den Alben von ART ABSCONs selbst gespielt; lediglich für Konzerte werde ich unterstützt von einer Freundin an Keyboards und Melodica und einem Freund an der elektrischen Gitarre.

Du spielst wie gesagt alle Instrumente auf den Alben selbst, bist auch bei NORMA LOY schon als Gitarrist aufgetaucht, wie ich im Internet auf einer NORMA LOY-Seite entdeckt habe. Kannst Du uns Deine musikalische Karriere kurz skizzieren?

NORMA LOY? Seltsam! Ich bin ein großer NORMA LOY-Fan und habe sie sogar mal getroffen, glaube aber nicht, dass ART ABSCON bei NORMA LOY Gitarre gespielt hat!! Das müsste ich doch eigentlich wissen! Wie kommst du bloß auf die Idee?
Auch sonst habe ich vor ART ABSCONs musikalisch nichts Besonderes hervorgebracht.

Bist Du ein netter Mensch? Deine Maske sieht zwar gruselig aus, aber zum Beispiel hast Du auf dem DISCOGS-Foto ein Akkordeon in der Hand und Kinder neben Dir. Das wirkt trotz allem freundlich. Mit welcher Einstellung gehst Du durchs Leben?

Hahaha! Natürlich bin ich nett! Das hoffe ich jedenfalls. Mit ABSCON sieht es allerdings etwas anders aus. Er hat mir einmal die folgende Formel als Urgrund all seines Schaffens offenbart: Gut + Böse = Schönheit. Ob ich diese Gleichung jemals ganz verstehen werde, kann ich nicht sagen, aber was ich mit Sicherheit behaupten kann, ist, dass ABSCON genauso freundlich ist wie beispielsweise das Universum oder die Natur ...

Die Maske (mehr) und Deine Musik (weniger) erinnern an DEATH IN JUNE. Was verbindet Euch – wenn überhaupt?

Ich kann kaum verhehlen, dass ich DEATH IN JUNE schon mit 16 oder 17 gehört habe, also bereits Anfang der 90er. Natürlich prägt so etwas ungemein. Allerdings – und auch wenn es scheinbar sehr nahe liegt – denke ich nicht, dass DEATH IN JUNE dafür verantwortlich sind, dass ich bei ART ABSCONs eine Maske trage. Ich glaube, wenn man mich wirklich zwingen würde, zu verraten, wer mich dazu inspiriert hat, für dieses Projekt eine Maske zu benutzen, würde ich weniger DIJ als vielmehr die RESIDENTS nennen. Im Großen und Ganzen war es aber, glaube ich, eher eine interessante Fügung des Schicksals als bloßes Epigonentum, was mich dazu bewogen hat, eine Maske zu benutzen. Jedenfalls hoffe ich das.

Zum ersten Mal getragen habe ich die Maske am Ersten Mai vor drei Jahren. Ich habe sie am Rheinufer gefunden, wo ich mit einer Freundin ein Picknick gemacht habe. Ich hatte damals mein Akkordeon dabei und fand es lustig, die Maske anzuziehen und Akkordeon spielend über die Rheinauen zu hüpfen. Dieses Schauspiel lockte vier Kinder an, die zufällig in der Nähe spielten. Ich bin sehr froh, dass meine Freundin eine Kamera dabei hatte und diesen Moment festgehalten hat. Das war die perfekte Magie zum Ersten Mai und das erste Mal, dass ich erlebt habe, was es bedeutet, ABSCON zu sein.

Würdest Du Dich als Neofolker bezeichnen? Was macht Neofolk – nach Meinung vieler ein dahinscheidendes Genre – heutzutage aus?

Natürlich habe ich neben vielen sehr unterschiedlichen Sachen auch eine Menge Neofolk-Platten im Schrank und habe besonders DEATH IN JUNE, CURRENT 93 und SOL INVICTUS sehr früh und mit großem Interesse verfolgt, zu einer Zeit, als kaum jemand diese Bands kannte. Es hat mich sehr überrascht, als es vor ein paar Jahren plötzlich dieses große zeitverschobene Interesse an diesem Phänomen gab – fast 20 Jahre (!) nach Alben wie "But, What Ends When The Symbols Shatter?", "Thunder Perfect Mind" und "Against The Modern World"! Der Umstand erschien mir allerdings als ein sehr glücklicher. Ich hatte besonders die 90er Jahre und die ersten Jahre des neuen Jahrtausends als musikalisches Brachland empfunden, was natürlich seinen Ursprung in einer generellen kulturellen Stagnation hatte. Besonders die Jahrtausendwende hatte uns alle mit großen Erwartungen erfüllt, sei es, dass wir darauf hofften, dass plötzlich ein fundamentaler geistiger Paradigmenwechsel eintreten würde oder dass wir mit Spannung den Weltuntergang erwarteten – nichts von alledem trat ein; alles schien beim Alten zu bleiben, nichts schien sich zu verändern, weder in politischer noch in kultureller oder spiritueller Hinsicht. Unsere gesamte westliche Kultur schien ans Ende ihrer Sackgasse geraten zu sein. Doch trotz der totalen Stagnation sowie der allgemeinen Ratlosigkeit und geistigen Desorientierung gibt sich unser Zeitalter einen progressiven Anstrich und behauptet, dass unsere Zivilisation besonders weit entwickelt sei, dass unsere Wertvorstellungen edel und richtig seien, obwohl ein ehrlicher Blick auf den heutigen Stand der Dinge viel eher offenbart, dass unsere Zivilisation nie in einem armseligeren Zustand gewesen ist, als sie es jetzt ist.

Das Neofolk-Phänomen zeichnet sich dadurch aus, dass es sich diesen Zustand der Stagnation und der eklatanten Unehrlichkeit unseres Zeitalters besonders bewusst macht und ihn teils mit drastischen und schockierenden Mitteln entlarven möchte, teils einen geistigen Wandel durch Rückbesinnung auf unsere kulturellen Wurzeln bewirken möchte. Das ist ein sehr guter und wichtiger Ansatz. Das derzeitige Problem des Neofolks ist allerdings, dass dieser Ansatz in vielen Fällen zur bloßen Pose verkommt. Durch den 'Boom' gibt es einen riesengroßen Nachwuchs. Mehr Quantität bedeutet allerdings auch immer weniger Qualität. Was derzeit in dieser Szene passiert, ist bloß ein ständiges pathetisches Wiederkäuen einiger weniger Formeln, Floskeln und Gesten – und dies (natürlich bis auf einige sehr glorreiche Ausnahmen) von einem sehr großen Haufen untalentierter und uninspirierter Stümper. Es ist leicht abzusehen, dass das Interesse an dem, was den Neofolk bisher ausgemacht hat, recht bald verebben wird. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es nicht weitergeht. Es liegt an der kleinen Handvoll berufener Künstler, den Weg aus diesem künstlerischen Morast heraus zu weisen. Es geht weiter. Aber es wird anders. Und wenn es hinterher nicht mehr 'Neofolk' heißt, wen kümmert's? Mich jedenfalls nicht.

Du scheinst teilweise mit Neofolk-Sujets zu spielen. Zum Beispiel heißt auf "Der Verborgene Gott" eines Deiner Lieder "Rune". Es entpuppt sich allerdings – in meinen Ohren – als Liebeslied, das mit Runen überhaupt gar nichts zu tun hat. Ist das Ironie, Deine spezielle Art, mit Neofolk-Klischees umzugehen?

Eine Eigenart des bisherigen Schaffens von ART ABSCONs ist, dass ABSCON mir neben seinen mystischen Diktaten noch den Freiraum gelassen hat, dem Ganzen eine persönliche Note zu verleihen oder neben den allgemeingültigen, ewigen und zeitlosen Aussagen, die er trifft, auch hin und wieder das Zeitgeschehen oder meine persönlichen Empfindungen zu reflektieren. Meine Art, mit solchen Reflektionen umzugehen, erlaubt es allerdings niemals, sie eindeutig festzunageln. Wenn du es 'Ironie' nennst, triffst du in der Tat den Nagel auf den Kopf. Allerdings berufe ich mich hier strikt auf FRIEDERICH SCHLEGELs Begriff von Ironie. Demnach ist alles, was ich sage, gleichzeitig tiefer Ernst und reiner Schalk. Alles ist in der Schwebe und dreht sich wie ein Perpetuum Mobile. Natürlich halte ich damit der 'Szene' selbst auch von Zeit zu Zeit einen Spiegel vor. Wenn ich zum Beispiel eingangs nicht schon erwähnt hätte, dass ich die Maske zufällig gefunden habe, könnte ich jetzt behaupten, diese billige Gummimaske wäre nichts weiter als ein lächerliches Abziehbild von DEATH IN JUNE und lediglich dazu angedacht, den hölzernen Ernst mancher Neofolker aufs Korn zu nehmen. Dies wäre aber nur eine winzige Facette der Wahrheit; gleichzeitig bin ich nämlich selbst ein sehr ernsthafter und ehrfürchtiger Mensch.

Ich glaube, besonders die Deutschen haben vollkommen verlernt, zu akzeptieren, dass Kunst im selben Moment todernst UND humorvoll sein kann – und es sogar sein muss. Das finde ich sehr bedauernswert, denn besonders die deutsche Romantik zeigt uns, dass wir auf diesem Gebiet einmal führend waren.

Quelle

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Dokumentation V: English Forseti-Interview from Funprox.com

Nochmal was altes zu Forseti...good ol' days...

Forseti

This band from Jena rapidly achieved a good reputation in the neo-folk scene, despite having only one limited release (Jenzig 10″) on the Eis & Licht label. One explanation for that must be the convincing concerts of Forseti at various festivals. The first full-length album “Windzeit” fully lived up to the high expectations. Time to learn a bit more about what drives Andreas Ritter, the captain of the band.
This interview was already conducted in October 2002, but for some reasons not online untill a few month later. In the meantime a luxurious box of “Windzeit” has come out, and “Jenzig” has been re-released on cd.

Can you introduce Forseti and yourself in a few words?

FORSETI is basically only Andreas Ritter as an individual person, who is in the mercy of gifted musicians, who support his strive after authentic music. This aim demands the exclusive use of ‘real’ instruments, because only they can spread an irreplaceable warmth and true atmosphere.

FORSETI has no steady line-up and in the course of time at least twenty different musicians must have contributed to the studio recordings or concerts. Important are also the lyrics, which are always in German, they can be poems from German literature or own texts. The themes are similar and portray that which defines FORSETI: the artistic endeavour, to connect nature and life.

How did FORSETI come into existence? Were you active in music before FORSETI? What kind of music did you listen to in your ‘youth’?

I can’t name a precise date for the foundation of FORSETI. In fact music has always occupied me. In 1997 I bought my first guitar and I experimented with the accordion. Already a few years later the first FORSETI concert took place. A few musical experiments existed already before that, but they were quickly discarded again.
In my youth I listened to quite a lot of music, which you would not directly associate with FORSETI. Things like Christian Death but also the Pet Shop Boys and others. But when I was young I also listened already to musicians who woulld influence my own music later, like Death in June or Leonard Cohen.

You play the accordeon, guitar, drums and perhaps some more instruments. Are you self-taught, or did you follow music lessons?

I once had a couple of hours of piano lessons and one single hour of singing-lesson, but that was about it.

As far as I know, you are the only steady member of FORSETI, aided by often changing guest members. Were do you find all these talented musicians?

The manner in which I find these musicians is different each time. But actually most of them find me. For some of them the musical interest in FORSETI started out of friendly relations, but even professional musicians have enjoyed themselves with contributing to FORSETI. Of course I’m happy with so much creative force and support. There also exists mutual cooperation, as is the case with Oliver from Sonne Hagal.

Quite some time passed between the first 10″ ‘Jenzig’ and your first album “Windzeit”. Why did it took so long? And do you think the sound of FORSETI has changed when you compare these two releases?

Well, there certainly has been a development. Some people will probably not be pleased that FORSETI has moved somewhat from the typical campfire romanticism. But for me and the involved musicians it was very important to progress further. Actually it would have been more sad when nothing would have changed after so much time. In this manner stagnation is not the case. Personally I find that the music has made a big step forwards, and this tendency should be consolidated. Who keeps standing in the same place goes actually backwards, you could say.

But the changes in our sound are not that serious, that you could not recognize FORSETI from our music and lyrics anymore. Our intentions and aims have stayed the same, but perhaps our means to express them have been improved.

The long time between the releases was absolutely necessary. Basically I am always working on some songs or I am searching for appropriate texts etc. But everything just has to fall in its place. The actual delay has also partly been caused by technical problems and the labor on the elaborate outer appearance of the album, which was very important for me. I have taken up the design mostly by myself, which I fairly underrated in respect to the time it would consume.

Can you tell a little about the main themes of Windzeit?

Windzeit is a fairly complex collective noun. Windzeit is an autumn album, but not exclusively so. First one can translate the term simply in a literary manner, as a description of the forces of nature in regard to the seasons. This is already nice, but a little too straightforward. Nature and the saga world related to it offer so many ways of interpretation. Windzeit is in the Edda, the ancient Icelandic saga, namely also the representation of the time which precedes the Götterdammerung, the end of ages. A time, in which storm enters the world, a decline of values begins and eventually the annihilation.

Despite this negative aspect Windzeit is not exclusively about negative feelings. After each destruction follows a regeneration, after each autumn a new spring, with new light and new hope. Seen from this standpoint Windzeit also evokes the image of autumn which is also used by the German Romantics quite frequently, to describe the evening of life and general decay. In this indirect manner Windzeit is also a personal album, because man too has to endure his periods of wind now and then, to emerge from it regenerated with new hope.

How do you usually create songs? Do you start with the music, or with the lyrics?

Usually first the music comes into existence, after which it is very difficult to create a text which matches it perfectly. But as a whole there is no fixed method for the creation of a song. This happens in a different manner every time. Sometimes I find a wondrously beautiful poem, which I then absolutely have to set to music.

Windzeit was released on your own label “goeart/Grunwald”. Why did you release it yourself? And will this label only be used for FORSETI releases?

The main reason that I had to create my own label, was the elaborate and especially costly production of Windzeit. No other label would have undertaken that. I’m also very happy, that my partnerlabel goeart agrees with my views on the need of the detailed and sophisticated design. That made it a lot less complicated and besides, your own label gives you total self-determination. But releases other than those from FORSETI are not planned at the moment, although I would not rule out any possibility…

Wat did you think of the Konzert Sommernacht in Mansfeld last summer? Are there other concerts of which you have special memories?

In general every concert is connected with a distinct memory. No matter how many concerts you have experienced, and although you might get somewhat used to it, I still see a concert as something special and a new challenge every time. I’m also very excited before each concert and afterwards very relieved when it went well. The concert in Mansfeld was a very positive experience, especially because the organizers are very good friends, therefore you go more relaxed to such an event.

It was also a nice change in comparison to the concert in the crypt of the Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. There reigned a somewhat frightening atmosphere and that night we kept the concert fairly solid and quiet, to do justice to that mood. In contrast with that Mansfeld was filled with energy.

A concert which I also remember with excitement took place in May in Copenhagen. The audience was much more attentive than usually is the case in Germany. Already with the first note the spectators were completely silent. I found that really very striking.

After you worked on Death in June’s album “All pigs must die”, Douglas P. now contributed the song ‘Black Jena’ to your album “Windzeit”. How did you experience the collaborations with Douglas?

The collaboration with Douglas P. was very pleasant. Unfortunately there was a lot of time pressure and so we had a high stressfactor during our work. I heard Douglas’ material for “All pigs must die” only one night before the recordings and after that we travelled to my studio to record ‘Black Jena’. So the whole experience was somewhat stressful, but positive overall.

You also seem to be working a lot with Sonne Hagal?

That is right. Like I already mentioned before, we support each other mutually in our musical creations and are apart from that also fairly good friends. We have similar, but fortunately not the same musical ideas and ideals, which means we can exchange ideas, give advice and inspire and support each other. Which is a positive thing in general. Actually this scene, when I can call it that way, is really not very large and I am very happy to have come into contact with other musicians in this field, like Kim Larsen (Of the wand and the Moon) or Matt Howden.
In the last years many German folky bands have arisen, most of them connected to the Eis & Licht label. Do you feel that FORSETI is part of a scene?

In a certain manner FORSETI is a part of it. To me only the definition or the direction of these scene is somewhat alarming. I have no objections to FORSETI being called Neofolk, although I would not use that description myself. This category has become a very loose term, which can’t be really grasped, and people hardly make any qualitative or content-based differentiations anymore. But I feel that differences are important nevertheless, not everything should be treated alike.

The music and image of FORSETI is traditional, conservative perhaps. Are you “Against the Modern World”?

To stand up against the modern world, I would have to know how the old world was. The changes in values, which have occurred in the last years or perhaps decades or centuries are explained by many as a decline in values. One can decide for himself what he thinks of that.

But a change in moral attitude would not save us from the damage, which has been inflicted upon our nature. I feel that every rejection of the modern world results from a discontent and uncertainty which I can understand.

Personally I have tried to arrange my life in such a manner, that my love and high respect for nature occupy an important place. In some ways I can deal with the modern world very well and inventions like telephone, car, computer and internet are regular elements in my life. In my opinion the decisive factors. are to become conscious of the processes in the world and the inner attitude that one has.

Do you have a job besides the band? Would you prefer to be active full-time with music, or do you like the combination work/music?

Originally I am a independent photographer, but at the moment I am very occupied by music and there is hardly time for anything different than FORSETI. Everyone who is intensely active with music can perhaps imagine the amount of work that it involves. Most people believe that you just write a couple of songs, you record in the studio for a week and you do a concert now and then. Perhaps this is the case for some musicians. But FORSETI is almost a way of living and therefore there are hardly boundaries, that allow something like a professional or a private sphere.

Are there any musicians/bands, both from past and present, that you admire? Are you a music collector yourself?

There are some musicians, that I highly appreciate. This goes much further than only folk music. As I mentioned earlier, I have spent my youth listening to music like Death in June or Leonard Cohen and they are still favourites of mine. In general I like quite varied styles of music, it only needs to have a feeling of warmth and authenticity, and it must evoke feelings when I listen to it. For example there is also quite interesting music from the north: Sigur Ros, David Darling or Ketil Bjornstad, to name but a few.

Collecting music? Only specific matters, which I then really need to have, but in fact my collecting passion remains within borders, because when you’re honest you don’t really need that many releases. It is precisely the commercial aspect of some limited releases that I find very negative, and when you take a look at what happens at Ebay you can get really sad. While originally it was a good idea to make a limited release, when you wanted to create something special, which could not be produced in large series because of aspects of cost and time.


Quelle 

Montag, 1. Oktober 2012

Interview mit der deutschen Neofolk-Band Forseti

Ist schon ein paar Tage her, als dies Interview aktuell war, aber als echter Fan von Andreas Ritter bzw. Forseti, möchte ich das Interview dennoch hier verlinken und abbilden, weil mir viele Aussagen gut gefallen und diese nunmal aktuell sind, nach wie vor.


Dokumentation VI: Forseti-Interview für Ikonen
Ähren im Sturm


Interview mit der deutschen Neofolk-Band Forseti


Seit einigen Jahren nun hat sich eine Musikrichtung in Deutschland etabliert, die für sich den Namen Neo-Folk beansprucht. Forseti kann als die hierzulande beliebteste dieser Gruppen gelten und hat ihrer Mischung aus filigranen Akustmelodien und neo-romantischen deutschsprachigen Texten ein großes Publikum erobert. Martin Kreischer unterhielt sich mit dem Sänger Andreas Ritter.

Man hat das Gefühl, dass du auf dem neuen Album "Erde" weniger schüchtern wirkst, kräftiger, befreiter.

Danke! „Erde“ entstand unter wirklich großer Spielfreude. Im Vergleich zu den Vorgängern habe ich mit meinen Musikern ein wenig experimentiert, bin neue Wege gegangen, ohne meinem Anspruch an rein akustischer Musik untreu zu werden. Herausgekommen ist ein in seinen Stilmitteln vielfältiges Album. Vielleicht verliert man ja im Laufe der Jahre den jugendlichen und etwas unausgereiften Charakter oder Charme, wie er noch auf der „Jenzig“ zu hören war und wird einfach erwachsener, reifer.


Es war zu lesen, dass dieses Album mit Jenzig und Windzeit eine Trilogie schließt. Was ist dein Resümee nach diesen drei Alben?
Was soll nun werden?
Was mit „Jenzig“ begann und mit „Windzeit“ weiterführte, wurde nun mit „Erde“ abgeschlossen. Es ist eine Trilogie, obgleich „Erde“ natürlich auch für sich stehen könnte. In „Erde“ werden viele Motive aus den vergangenen beiden Alben wieder aufgegriffen und weitergeführt: die Dunkelheit, der Schmerz, aber auch die Hoffnung nach Leben - nach einem Blick in die Sterne. Ich spüre nach diesen drei Alben ein Gefühl der Zufriedenheit. Ich habe mich ausgedrückt, habe etwas gesagt, habe für mich etwas vollbracht. Das ist mein Resümee. Und was soll nun werden? Vielleicht ist für mich vorläufig die Zeit der Naturlyrik vorüber, vielleicht sollte ich mehr Geschichten erzählen oder alte Klassiker vertonen. Vielleicht sollte ich aber auch so weitermachen wie bisher. In jedem Falle bleibe ich nicht untätig, bin ewig ruhelos.

"Eismahd" wurde von Sonne Hagal geschrieben, wie kam es zu der Kooperation und was war der Anlass für dich, dieses Lied noch einmal zu vertonen?

Mit Sonne Hagal verbindet mich seit einiger Zeit ein tiefes freundschaftliches Verhältnis. Wir hatten in den letzten Jahren mehrere gemeinsame Konzerte und Oliver gehört mittlerweile zur festen Besetzung von Forseti. Ich selbst spiele bei Sonne Hagal auf Konzerten oder Aufnahmen ein wenig Akkordeon oder Melodica. Es ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit und sie reicht auch noch weit in andere musikalische Projekte, wie zum Beispiel Fire + Ice oder :Of The Wand And The Moon:. „Eismahd“ ist für mich eines der besten Stücke der „Helfahrt“. Es hat mir von Anfang an gefallen und wir planten schon seit längerem eine gegenseitige Adaption. Sonne Hagal vertonten von mir ein älteres Lied - „Verlorenes Land“ und ich suchte mir „Eismahd“ aus. Ich betrachte es auch als eine Art gegenseitiger Hommage an freundschaftliche und musikalische Bindungen. Wir haben für die Zukunft noch weitere „große Taten“ geplant.

Auf diesem Album sind auch Ian Read von Fire + Ice und Kim Larsen vertreten, wie kam es zu der Zusammenarbeit? Wie war es für Kim Larsen, einen deutschen Text zu singen?

Ian Read habe ich 1999 kennengelernt, als wir zusammen mit Fire + Ice und noch anderen Bands beim WGT in Leipzig spielten. Später ergab sich dann, daß ich zusammen mit zwei weiteren Forseti-Musikern, Oliver und Thomas, als Band um Ian Read fungierte. Fire + Ice höre ich schon seit vielen Jahren. Um so aufregender war es für mich, die bereits bekannten Lieder auf Konzerten umzusetzen und dazu eine eigene Intensität, eigene Spielarten, vielleicht auch Forseti-typische Arrangements, in die Stücke zu bringen. Wir hatten mit Fire + Ice sehr schöne, intensive Konzerte z.B. beim WGT 2003 oder aber auch dieses Jahr in London. Somit ließ ich es mir nicht nehmen, Ian für das neue Forseti-Album „anzuheuern“.
Ähnlich verhält es sich auch mit Kim Larsen. Wir waren mit :Of The Wand And The Moon: bereits auf kleiner Tour, haben in Dänemark gemeinsame Konzerte bewältigt und ich habe für das kommenden Album einige Sachen in Kopenhagen mit Kim eingespielt. Ich mag die typischen, ruhigen :Of The Wand And The Moon:-Klänge und seine Stimme, einfach seine Art Musik zu machen. Diesen Zauber wollte ich ein wenig für Forseti einfangen und somit ergab sich auch das Lied „Sterne“. Da ich meine Texte nur in deutscher Sprache schreibe, oder schreiben kann, blieb ihm nichts weiter übrig, als in deutsch zu singen. Anfänglich war es für ihn wohl etwas ungewohnt - sein Deutsch aus der Schule vielleicht schon zu lange her. Aber mit dem Resultat sind wir beide zufrieden und ich bin froh über diesen Zugewinn.

Hat sich Ian Read den Text und das Lied selbst ausgesucht oder hattest du ihn schon für dieses Stück vorgesehen?

Das Lied und den Text habe ich direkt für ihn geschrieben. Mein Ansinnen war es, daß das Stück nicht nach Fire + Ice, sondern nach Forseti klingt, aber dennoch die markante Stimme von Ian genügend zur Geltung kommt. Das Stück sollte ruhig, der Text ein wenig sanft, und trotzdem kräftig werden. Ich entschied mich über die Sinne zu schreiben, über Empfindungen und Wirkungen, über Natur und Geist und über verborgene Sinne, welche man erahnt, aber nicht wirklich fassen kann.

Uwe Nolte hat erneut zwei Texte beigesteuert ... und "Abendland" wurde ebenfalls neu intoniert.

Mein Freund Uwe - einer meiner Lieblinge. Ich bat ihn, erneut für mich ein Gedicht zu schreiben und er sagte zu. „Müder Wanderer“ ist ein ruhiges, düsteres Stück geworden.
Mit „Abendland“ habe ich mir ein schon lange gehegtes Bedürfnis, ein Stück von Orplid zu vertonen, erfüllt. Ich schätze die dichterische Arbeit von Uwe und die musikalische Umsetzung von Frank Machau sehr, sind Orplid doch eine der wenigen innovativen Bands aus dem weiträumigen Bereich des „Dark Folk“ in Deutschland. Sie selbst mögen eine Einordnung in Sparten ja nicht, gehen immer wieder andere Wege, überraschen stetig mit neuen Ideen. Deswegen ist die Adaption des „Abendlandes“ vielleicht auch eines der ungewöhnlichsten Lieder auf der „Erde“. Ein einfaches Nachspielen erschien mir zu simpel. Im „Abendland“ kommen Gesänge vor, welche ich vorher nie so eingesetzt hätte. Für den Schlußchor holte ich mir einen ukrainischen Opernsänger, welcher auch bei den Don Kosaken singt. Die Meinungen zum „Abendland“ sind recht unterschiedlich, also hat es eine Wirkung erzeugt, und so sollte es auch sein.

Könnte man sagen, dass Jenzig eine sommerliche Stimmung, Windzeit eine herbstliche und Erde eine winterliche einfängt?

Ich denke eher nicht, jedenfalls nicht was die „Erde“ betrifft. „Erde“ beschäftigt sich viel mit Mythologie, Naturspiritualität und einer tiefen Verbundenheit zum Leben. Sicher läßt sich das auf alle Jahreszeiten beziehen, aber mir scheint es eher noch ein sommerliches Album zu sein. „Jenzig“ steht in gewisser Weise mit dem Frühling in Verbindung, mit der Zeit der Jugend, aber auch mit tiefen Empfindungen für heimatliche Gefilde, in örtlicher, mythologischer und emotionaler Herangehensweise. Die „Windzeit“ ist natürlich ein sehr herbstliches Album, eine Hommage an die stürmische und dunkle Jahreszeit, aber auch eine Hommage an das Alter, an die Reife und sicher auch ein wenig an den Tod. Es geht in allen drei Alben um Vergehen und Neuentstehen, um Dunkelheit und Licht, um den ewigen Kreislauf.

Diesmal greifst du auch auf einen Text von Tieck zurück, ein Autor, der unter anderem prägend für den Begriff der "romantischen Ironie" war. Würdest Du sagen, dass man einen Teil dieser auch bei Forseti finden kann? Wird auch bei Forseti nicht etwas Hohes angestrebt, was jedoch nicht ausgedrückt werden kann, wie ein romantisches Ideal?

Strebt nicht ein jeder von uns in gewisser Weise nach etwas Höherem, nach einer Art von Selbstverwirklichung? Eine Suche und ein „Sehnen nach der Ferne, nach unbekannten Weiten“. Man befindet sich ständig auf dieser Suche, wird das Ziel wahrscheinlich nie erreichen, aber die Suche ist das eigentliche Unterfangen, das Wesentliche, das Ziel. Somit mache ich mir sicher einige romantische Motive zu eigen: Die Verbindung von Natur und Geist, Naturmystik im allgemeinen oder auch die Rückbesinnung an heidnische Kulte und Sagen, an die Volksdichtung usw. Allerdings bin ich mir durchaus bewußt, in welcher Zeit ich lebe. Ich träume nicht übertrieben von vergangenen Tagen, von größeren Zeiten, sondern blicke natürlich ebenso nach vorne.
Interessant jedoch der Aspekt, Forseti mit der „romantischen Ironie“ in Verbindung zu bringen. Sicher kann man in den Texten fündig werden, wenn man nur will. Es sind einige Interpretationsspielräume vorhanden, aber es ist auch nur eine Möglichkeit, eine Herangehensweise von vielen. Die „romantische Ironie“ finde ich aber eher in z.B. Tiecks „gestiefeltem Kater“ oder in Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, welcher ja diesem Begriff in der Spätromantik die Krone aufsetzte, als in den Texten von Forseti.

Auch ist der Tieck-Text wieder ein direkter Bezug auf die Romantik, wie wichtig war es dir noch einmal diesen Brückenschlag herauszustellen?

Die „Erde“ wie auch meine früheren Arbeiten sind ein direkter Bezug zur Romantik, aber auch ein direkter Bezug zu Jena, meiner Heimat. Schließlich hatte die Frühromantik unter anderem durch Tieck ihren Ursprung in Jena.
Ein Text auf der „Erde“ stammt von Ricarda Huch, welche ich sehr schätze und welche auch mit Jena in Verbindung steht. Der Romantikbezug ist also nicht so direkt, wie er im ersten Augenblick scheint. Es bleibt genügend Spielraum für andere Interpretationsmöglichkeiten, und diese Tatsache gefällt mir.
Aber wie bereits erwähnt, hat die Romantik einen nicht unwesentlichen Einfluß auf mein Wesen und meine musikalische und textliche Arbeit. Die letzten beiden Alben waren auch durch Texte von Tieck oder Uhland geprägt, also doch eine heimliche Liebe…


Hast du das Gefühl, dass sich die Aufmerksamkeit und auch die
Aufregung um den NeoFolk ein wenig gelegt hat?
Die Aufmerksamkeit von Seiten der Hörerschaft hat sich hoffentlich nicht gelegt! Die Aufregung hat zwar ein wenig abgenommen, aber die verbissensten Kritiker werden sicher nie schweigen, obwohl sie sich in letzter Zeit wirklich zurückhalten. Bleibt zu hoffen, daß sich Kritik und Aufregung auf einer akzeptablen und ehrlichen Ebene bewegen, daß nicht, wie so oft in der Vergangenheit, aus Unkenntnis und Intoleranz heraus beschuldigt und diffamiert wird. Diese Zeiten sind hoffentlich längst vorbei.


Martin Kreischer für IKONEN

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